Schon so lange wollte ich Bilbao einmal bereisen. Ich weiß nicht warum, aber es ging eine solche Anziehungskraft von dieser Stadt aus – vielleicht auch, weil Bilbao in Nordspanien liegt und ich schon so oft gehört habe, dass es dort so gegensätzlich ist im Vergleich zum Süden des Landes.
Aber zunächst möchte ich dir ein paar Informationen zu Bilbao mit an die Hand geben, die diese besondere Stadt für dich ein bisschen besser einordnen lassen. Bilbao (baskisch: Bilbo) liegt in der Provinz Bizkaia und in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland (baskisch: Euskadi) – außerdem fast an der Atlantikküste und am Fluss Nervión. Mit etwas mehr als 350.000 Einwohner*innen ist die Stadt zwar definitiv eine Großstadt – sogar eine der zehn größten Städte Spaniens, doch die gemütliche und authentische Atmosphäre stehen im Vordergrund. Bilbao wurde am 15. Juni 1300 von Diego López V de Haro gegründet und im August 1983 von einem schlimmen Hochwasser mit Extremregen heimgesucht. Der Fluss Nervión trat über die Ufer, das Wasser stand zum Teil meterhoch in den Straßen und es gab enorme Schäden sowie 34 Opfer in der Provinz Bizkaia.
Der Bilbao-Effekt
Bilbao war lange als unattraktive und schmutzige Industriestadt bekannt, doch Anfang der 1990er-Jahre gelang der Wandel zur Modernisierung und zur immer weiter gedeihenden schönen Stadt an der Küste. Das klappte so gut, dass dieser Boom sogar einen eigenen Namen bekam: Der „Bilbao-Effekt“ wirkte sich positiv auf ganz Spanien aus. Die Eröffnung des Guggenheim-Museums 1997 war schließlich die Krönung der Verwandlung vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan.
Ob es wirklich so ist, habe ich mir im Juni 2024 angeschaut. An Bilbao hat mir richtig gut gefallen, dass es gar nicht so viele Must-Sees gibt. So macht es umso mehr Spaß, sich einfach treiben zu lassen und die schönen Orte ganz auf eigene Faust zu entdecken. Ein weiteres Highlight war für mich die Natur, die überall in der Stadt präsent ist. Es gibt super viele Parks, die voll sind von Bäumen und Vogelgezwitscher. Und auch die Plätze und Parks sind vielfältig und äußerst großzügig bepflanzt. Was ich sonst noch alles entdeckt habe, stelle ich dir in diesem Blogbeitrag genauer vor. Viel Spaß beim Schmökern!

Inhalt
Praktische Reise-Infos
Flughafen-Shuttle
Für den Weg vom Flughafen Bilbao in die Innenstadt am Plaza de Don Federico Moyúa nutzt du am besten den Bus A3247. Die Fahrt dauert 15 Minuten und kostet rund 4,50 Euro pro Person und Weg.
Von A nach B in Bilbao
Bilbao ist die perfekte Stadt für alle, die gerne zu Fuß unterwegs sind. Grundsätzlich bist du nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Bilbao ist nicht all zu groß und alle Highlights, die ich dir in diesem Beitrag vorstelle, liegen dicht beieinander. Falls du jedoch schon ein bisschen zu viele Schritte gesammelt hast, oder einfach nicht ganz so gut zu Fuß bist, dann kannst du die Straßenbahn nutzen. Es gibt nur eine einzige Linie und dennoch ist für dich durch die geschickte Route immer eine Abkürzung drin.

Mit dem Zug nach Bilbao
Für Ausflüge an die Atlantikküste kannst du ganz bequem die U-Bahn nehmen. Mehr Infos dazu findest im Abschnitt Arrigunaga Beach. Außerdem hat Bilbao einen großen Bahnhof und einen Busbahnhof mit Verbindungen in viele andere spanische Städte.
Casco Viejo – die Altstadt von Bilbao
Wenn du das Flair von Bilbao fühlen willst, solltest du im Casco Viejo anfangen. Hier ist die Stadt noch ganz ursprünglich. Die Altstadt entstand zur Zeit der Stadtgründung 1300 direkt am Fluss Nervión. Das Herz des Viertels bilden die Siete Calles – sieben kurze, enge Straßen, die du zügig durchquert hast. Zwischen kleinen Läden, Bars und Wohnungen stößt du immer wieder auf Spuren der Vergangenheit und es gibt so viel zu entdecken. Dazu gehört zum Beispiel die Bilboko Donejakue Katedrala oder der Plaza Nueva, wo sich Einheimische treffen, Kinder spielen und Bars ihre Stühle nach draußen stellen. Das schönste im Juni waren für mich die Mauersegler, die durch die engen Gassen gerufen haben und ganz oben unter den Dächern der Altstadt zu brüten scheinen.
Am besten erlebst du die Altstadt, wenn du dir Zeit nimmst und dich treiben lässt. Bleib stehen, wenn es interessant aussieht, geh in eine Bar, auch wenn sie von außen unscheinbar wirkt. Besonders am frühen Abend füllt sich das Viertel spürbar. Es macht wirklich Freude, die Einheimischen und das lebensfrohe Wesen Bilbaos zu erleben. Für mich hat sich die Casco Viejo total authentisch angefühlt – und genau das macht ihren Reiz aus. Welche Orte du unbedingt auf deinem Rundgang durch die Casco Viejo einplanen solltest, zeige ich dir jetzt.
Bilboko Donejakue Katedrala
Die Bilboko Donejakue Katedrala wurde, bis auf die neugotische Portalfassade, von Ende des 14. bis Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut. Im Innenhof befindet sich ein kleiner Garten mit Zitronenbäumen – allein dieser ist schon einen Besuch wert. Es gibt ein Kombiticket für 10 Euro*, um sowohl die Bilboko Donejakue Katedrala als auch die Antxon Deunaren Eliza am Flussufer direkt neben der Markthalle anzuschauen.



Plaza Nueva
Der prachtvolle Plaza Nueva ist von wunderschönen Arkadengängen und Säulen eingerahmt und war für mich ein absolutes Highlight. Wir sind eine ganze Weile auf den Bänkchen gesessen, haben eine Kleinigkeit gegessen und die Einheimischen beobachtet, die hier einen ganz normalen Wochentag ausklingen ließen.
Nach einer außergewöhnlich langen Bauphase von insgesamt 65 Jahren wurde der Platz schließlich 1851 offiziell eröffnet. An Sonntagen verwandelt sich der Platz in einen Treffpunkt zum Stöbern. Zwischen Ständen mit antiquarischen Büchern, Vinylplatten, Mineralien, Fossilien, Münzen, Briefmarken und handwerklichen Einzelstücken kommt Flohmarkt-Feeling auf. Ein besonderer Termin im Jahr ist der 21. Dezember. Am Festtag des Heiligen Thomas wird der Platz zum traditionellen Bauernmarkt, auf dem regionale Spezialitäten aus dem gesamten Baskenland angeboten werden.


Schlemmen in der Markthalle Erriberako Merkatua
Die Markthalle Erriberako Merkatua wurde 1929 erbaut und ist mit knapp 10.000 Quadratmetern einer der größten überdachten Märkte in Europa. Hier sind wir mehrmals eingekehrt, wenn das Wetter mal nicht mitgespielt hat oder es Zeit für ein Päuschen war. In der unteren Etage befinden sich typische Stände mit frischen Lebensmitteln. In der oberen Etage empfängt dich gleich ein großer Bereich in der Mitte mit Tischen und Stühlen. Drum herum reiht sich eine Tapasbar an die nächste – du kannst dich kreuz und quer durchprobieren. Aber Achtung, der Begriff „Tapas“ ist in Bilbao nicht ganz richtig, hier werden die kleinen Häppchen „Pintxos“ genannt.




Joan Santuen Eliza
Die Joan Santuen Eliza ist eine Pfarrkirche im klassizistischen Barockstil. 1622 begannen die Bauarbeiten, die nach über 50 Jahren inklusive mehreren Jahrzehnten Unterbrechung fertiggestellt wurden. Nach der verheerenden Überschwemmung von 1983 wurde die Kirche aufwändig restauriert.


Weitere Tipps für die Alstadt von Bilbao
- Beim Mirador de Solokoetxe erwartet dich eine wunderbare Aussicht über die gesamte Altstadt. Du kannst die Treppe oder den Aufzug bis nach oben nehmen.
- Die Bibliothek von Bilbao Bidebarrietako Liburutegi Nagusia ist ein Geheimtipp. Schau dir unbedingt die pompöse Architektur und die wunderschönen Buntglasfenster an. Der Eingang ist ganz unscheinbar in der C. Bidebarrieta Kalea 4.
- Die Tapasbar Bizu Bi bietet bei gutem Wetter die Außenfläche auf dem Platz vor der Kathedrale. Im Gegensatz zu vielen anderen Cafés und Restaurants in Bilbao gibt es hier eine vegetarische Karte mit großer Auswahl.
- Direkt vor der Markthalle befindet sich die Straßenbahn-Haltestelle Ribera.




Spaziergang am Fluss Nervión
Von der Brücke Areatzako Zubia, die zur Altstadt Casco Viejo führt, bis zum Parque de Ribera am Itsasmuseum Bilbao, dem Schifffahrtsmuseum, kannst du die schöne Uferpromenade des Flusses Nervión entlang schlendern. Die Promenade auf der linken Uferseite wird Paseo de Uribitarte genannt und die auf der rechten Uferseite Paseo Campo Volantin. Ein Highlight unterwegs ist die 75 Meter lange, futuristische Zubizuri Fußgängerbrücke, die den Fluss auf etwa halber Promeadenstrecke überspannt. Sehr empfehlenswert ist der Eis-Stand Helados Artesanos Capra unterhalb der Brücke – Achtung, selbst die kleine Portion ist riesig. 😉
Auch ansonsten gibt es unterwegs vieles zu entdenken. Zum Beispiel die Skluptur Xirgeras von der Künstlerin Dora Salazar, die vier Seilzieherinnen zeigt. Damit will sie die Bedeutung der Frauenarbeit und den Weg zur Gleichberechtigung würdigen. Die Seilzieherinnen gab es im 19. Jahrhundert im Baskenland wirklich und sie zogen die Schiffe mit nichts als einem Seil und ihrer eigenen Kraft durch die Flussmündung. Die Statue wurde am 30. April 2021 eingeweiht.




Park Doña Casilda Iturrizar – der schönste Park in Bilbao
Von der wunderschön grünen Uferpromenade geht es ebenso grün weiter. Es gibt viele verschiedene Parks in Bilbao und der Park Doña Casilda Iturrizar hat mir so gut gefallen, dass ich ihn dir gerne ein bisschen genauer vorstellen möchte. Im Norden der Stadt gelegen, kannst du im größten Park Bilbaos die Natur erkunden und genießen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts erschien die Parkanlage als Projekt in der Stadtplanung und 1907 wurde schließlich mit den ersten Arbeiten begonnen.
Auf einer Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern kannst du entlang des beeindruckenden Baumbestandes spazieren, entspannen, die Natur genießen und die Enten am Teich beobachten. Wir sind sogar einem freilaufenden Pfau begegnet, der durch den Park flaniert ist. Außerdem gibt es insgesamt 1.500 Bäume von 71 verschiedenen Arten. Die knorrigen, riesigen Magnolien mit den wachsartigen weißen und rosa Blüten haben mir besonders gut gefallen.
🎟️ Der Eintritt zum Park ist gratis.








Guggenheim-Museum Bilbao
Zur perfekten Städtereise gehört für mich wirklich immer ein Besuch in einem Kunstmuseum dazu. Und wenn ich schon mal in Bilbao bin, muss ich natürlich ins Guggenheim-Museum – daran führt für mich kein Weg vorbei. Bestimmt habe ich es schon in anderen Blogbeiträgen berichtet: Ich habe in der Schule den Leistungskurs Kunst gewählt und durfte bei einem wunderbar wilden Freigeist lernen, Kunst zu fühlen und zu schaffen. An dieser Stelle liebe Grüße an Axel Heil – ich hoffe, es geht dir gut (ja, wir durften unseren Lehrer duzen ♡).
Puppy
Allein von außen ist das Guggenheim-Museum übrigens schon ein Augenschmaus und für mich gehört es zu den schönsten Gebäuden, die ich bislang gesehen habe. Sehr gut gefällt mir, dass bereits im Außenbereich Kunst von namhaften Künstler*innen zu bestaunen ist – ganz ohne dass man Eintritt bezahlen muss. Da ist zum Beispiel Puppy, ein 12 Meter hoher Terrier vom US-amerikanischen Küstler Jeff Koons aus dem Jahr 1992, der aus mehreren zehntausend echten Blumen besteht und seit der Eröffnung 1997 vor der Südseite des Guggenheim-Museums sitzt. Die Skulptur selbst besteht aus einer Stahlstruktur. Die Begonien, Petunien und Stiefmütterchen wachsen in einem Substrat auf der Skulptur und werden durch ein internes Bewässerungssystem versorgt.
Maman
Direkt zwischen Flussufer und Guggenheim-Museum steht die Skulptur Maman aus dem Jahr 1999 von der französisch-US-amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Mit über 9 Metern Höhe und einem Gewicht von mehr als 8 Tonnen ist sie die größte Skulptur aus Bourgeois‘ Spinnen-Reihe. Mit der Spinne verbindet die Künstlerin keineswegs etwas Unheimliches, sondern wie der Name bereits sagt, ist sie eine Hommage an ihre Mutter, die als Restauratorin arbeitete und wie die Spinnen ständig neues Gewebe erschuf. Man kann von Kunst halten, was man möchte, aber dieses vollständig freie Denken, das keine Grenzen kennt und über den Horizont hinausgeht, ist einfach beeindruckend. Wenn so viel Phantasie und Hingabe in weitaus mehr Köpfen wäre, wäre unsere Welt ganz bestimmt besser.


Das Guggenheim-Museum…
wurde 1997 eröffnet und ist Teil der internationalen Guggenheim-Stiftung. Der US-amerikanische Architekt Frank Gehry ist verantwortlich für dieses grandiose Bauwerk, das direkt am Fluss Nervión liegt und aus Titanplatten, Glas und Kalkstein besteht. Die ungewöhnliche Gebäudeform war von Beginn an als bewusstes Gegenmodell zur klassischen Museumsarchitektur gedacht und gilt heute als eines der bekanntesten Beispiele zeitgenössischer Architektur in Europa.
Inhaltlich konzentriert sich das Museum auf moderne und zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst Werke internationaler Künstler*innen und wird ergänzt durch regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. Die Innenräume sind großzügig angelegt und variieren stark in Größe und Höhe, was insbesondere großformatige Installationen ermöglicht. Ein zentrales Element ist das hohe Atrium, von dem aus sich die Ausstellungsbereiche erreichen lassen. Zu den bekanntesten Werken gehört die permanente Installation von Richard Serra, dessen begehbare Stahlskulpturen speziell für die Räumlichkeiten des Museums konzipiert wurden.



Und weil ich das Museum wirklich unbedingt empfehlen möchte und völlig begeistert war von meinem Besuch, habe ich unten in einer kleinen Bilderreihe meine weiteren persönlichen Eindrücke aus dem Guggenheim-Museum zusammengestellt – das Fotografieren ohne Blitz war nämlich überall erlaubt.
Ach und falls du mal in ein Kunstmuseum „geschleppt“ wirst, ohne dass du dich bisher für Kunst interessiert hast, habe ich hier …
Tipps für Kunstmuffel:
- Versuche doch mal, dich an dein Kinderherz zu erinnern und achte auf die kleinen Dinge. Lass dich auf das Unbekannte ein.
- Wenn du dich für Geografie interessiert, schau dir die Herkunftsländer der Künster*innen an.
- Wenn du Tiere magst, suche Tiere in den Werken – ich habe sogar schon mal gesehen, wie jemand eine ganze Liste an gefundenen Tierarten während des Museumsbesuchs geschrieben hat.
- Wenn du dich für Handwerk interessiert, schau dir die Materialien der Skulpturen an und mit welcher Technik diese geschaffen wurden.
- Und wenn das alles nicht hilft, dann beobachte die Menschen, die die Kunst in ihr Herz lassen. Vielleicht kannst du dir was abschauen.
- Ganz wichtig: Alles kann, nichts muss – meistens gibt’s ein Museums-Café. 😉
Infos für deinen Besuch
🕒 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr + Ausnahmen
💲 Eintritt: ~ 15 Euro (ändert sich je nach Ausstellungen)
🎟️ Tickets: gibt’s hier
💡 Tipp: Buche dein Ticket im Voraus, es gibt Time-Slots.
ℹ️ Infos zu den aktuellen Ausstellungen: gibt’s hier








Park Areatzako an der San Nikolas Eliza
Dieser hübsche, kleine Park Areatzako ist ganz in der Nähe von unserer Unterkunft* gelegen. Mit Blick auf den Fluss Nervión haben wir hier immer wieder eine schöne Zeit verbracht. Zum Beispiel sitzend unter den Platanen, die Gebirgsstelzen und Bachstelzen beobachtend oder irgendwelche Leckereien verspeisend.
Von hier aus bietet sich außerdem ein ganz toller Blick auf die barocke Fassade der Kirche San Nikolas Eliza. Ursprünglich diente sie als Pfarrkirche für das Viertel San Nicolás, das damals noch außerhalb der Stadtmauern von Bilbao lag. Seeleute versammelten sich hier am Flussufer, um zu ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Nikolaus, für Schutz vor Stürmen zu beten. Die Kirche wurde 1490 gegründet, musste aber nach Überschwemmungen abgerissen werden. Das heutige Gotteshaus wurde 1756 erbaut und blickt ebenfalls auf eine bewegte Geschichte zurück: Während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges musste sie geschlossen werden und 1816 wurde sie vom Blitz getroffen.


Bilbao und der Jakobsweg
Der Jakobsweg bezeichnet ein Netz von Pilgerwegen in ganz Europa, die alle zur Kathedrale von Santiago de Compostela in Galicien führen, wo der Überlieferung nach der Apostel Jakobus begraben liegt. Sein bekanntester Abschnitt, der Camino Francés, entwickelte sich im 11. Jahrhundert als Hauptverbindung durch Nordspanien und wurde später Teil des UNESCO-Welterbes.
Heute gibt es mehrere Hauptrouten, weil Pilger*innen aus verschiedenen Regionen unterschiedlichste Zugänge wählten und historische Wege über Jahrhunderte erhalten blieben. Diese Routen führen etwa aus Frankreich, Portugal oder entlang der Nordküste Spaniens nach Santiago de Compostela und sind durch Traditionen und historische Pilgerbewegungen geprägt.
Eine dieser Hauptrouten ist der Camino del Norte, der sich über 31 Etappen und rund 850 Kilometer durch die nördlichen spanischen Regionen Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien zieht. Und genau diese Route führt auch durch Bilbao, um genau zu sein, sind von Bilbao bis Santiago de Compostela noch 706 Kilometer zurückzulegen. Das erklärt auch, wieso ich zwischen den Bodenplatten der Straße Erribera Kalea ein Jakobsweg-Symbol gefunden habe. Wenn du dich für den Jakobsweg interessierst und den Camino del Norte erwandern möchtest, findest du hier viele hilfreiche Informationen. Hape Kerkeling wanderte übrigens rund 800 Kilometer entlang der populärsten Hauptroute Camino Francés, knapp 100 Kilometer südlich des Camino del Norte.
Buch-Tipp: Ich bin dann mal weg* von Hape Kerkeling (2006 als Hardcover, 2009 als Taschenbuch)
Dieses Buch ist so hoffnungsvoll, bewegend und lustig und gehört bis heute zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

Vier schöne Fotospots in Bilbao
Albiako Lorategiak

Ein kleiner Stadtpark mit schön angelegten Blumenbeeten, Brunnen und Statuen – mit Blick auf die imposante Fassade der San Bizente Eliza.
📍 Albia Lorategia, 2, Abando, 48001 Bilbao
Basquery

Die Basquery ist nicht nur super fotogen, sondern natürlich kannst du hier auch einkehren und lecker essen und trinken.
📍 Ibáñez de Bilbao Kalea, 8, Abando, 48001 Bilbao
La Leyenda de Kixmi

Das Gemälde „La Leyenda de Kixmi“ befindet sich an der Decke eines Arkadengangs in der Altstadt von Bilbao und wurde 1989 von Roberto Zalbidea geschaffen. Das Werk zeigt die baskische Legende der Jentilak – Riesen aus der baskischen Mythologie.
📍 Erribera Kalea, 21, Ibaiondo, 48005 Bilbao
Bilboko Udaletxea

Direkt am Flussufer thront das prunkvolle Rathaus von Bilbao, das 1892 eröffnet wurde. Ein ganz besonderes Fotomotiv entsteht, wenn du durch die 8 Meter hohe stählerne Skulptur von Jorge Oteiza auf der anderen Straßenseite hindurch fotografierst.
📍 Ernesto Erkoreka Plaza, 12, 48007 Bilbao
Arrigunaga Beach
Bilbao liegt nur wenige Kilometer vom Atlantik entfernt und die Nordküste Spaniens ist für ihre beeindruckend schöne Landschaft bekannt. Wenn du länger als drei Tage in Bilbao bist, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Besonders unkompliziert ist die Option, mit der U-Bahn zum nächstgelegenen Strand zu fahren. Obwohl wir in Bilbao bei strahlendem Sonnenschein aufgebrochen sind, natürlich mit Strandtuch im Rucksack, sind wir am Arrigunaga Beach in einen weltuntergangähnlichen Platzregen geraten. In dieser Situation waren wir sehr dankbar für die überdachten Außenbereiche der Bistros und Cafés und für die sehr freundlichen Mitarbeter*innen, die uns in der Zwischenzeit mit köstlichem Cappuccino versorgt haben.
Meine Tipps für deinen Strandbesuch
🚇 Nimm die Metro vom Zentrum Bilbaos (Haltestelle Moyua oder Abando) und fahre 16 bzw. 17 Stationen bis zur Haltestelle Bidezabal. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Dort angekommen bist du in der Stadt Getxo und erreichst den Arrigunaga Beach innerhalb von knapp 10 Fußminuten.
🎟️ Das Metro-Ticket kostet für die insgesamt 2 Zonen 1,90 € pro Person und Weg.
☕️ Der Cappuccino in den Strandbars und -bistros kostet knapp 2 €. Außerdem gibt es super leckeres Süßgebäck.
🥾 Wenn du Lust hast, außer dem Strand noch etwas zu erkunden, findest du direkt angrenzend das Wandergebiet Aixerrota Bidea, das dich nach oben auf die Klippen mit einem grandiosen Ausblick und ganz viel Natur führt.



Unterkunfts-Tipp
Richtig schöne Zimmer, eine gemütliche Lounge und eine sehr zentrale Lage – direkt neben dem sechsstöckigen Einkaufszentrum El Corte Inglés inklusive einem perfekt sortieren Supermarkt. Ein rundum idealer Ausgangspunkt für eine Städtereise!
Die Zimmer im Sercotel Ayala* sind sehr modern eingerichtet, es gibt eine große Dusche im Bad und trotz der Innenstadt-Lage ist es nachts sehr ruhig. Das Frühstück brauchst du nicht unbedingt dazu buchen. Ich finde es mit 20 € pro Person zu teuer für das Angebot, außerdem befindet sich der Frühstücksraum im fensterlosen Keller. Du findest rund um das Hotel viele kleine Cafés, wo du wesentlich günstiger eine Tasse Kaffee und Leckereien bekommst.


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Ich hoffe, dir hat mein Beitrag zu Bilbao gefallen und du konntest ein paar Tipps für deine nächste Städtereise finden.
Warst du auch schon mal in Bilbao und hast weitere Tipps? Dann schreib mir doch gerne in den Kommentaren!
Offenlegung: Ich habe die komplette Reise selbst bezahlt.
Werbung, unbeauftragt! – Dies ist ein redaktioneller Beitrag, der unbeabsichtigt eine werbende Wirkung haben könnte. Ich wurde von keinem Unternehmen dazu beauftragt.
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