Sobald man Jütland über den Kleinen Belt verlässt, erreicht man das östliche Dänemark, das sich auf neun größeren und unzähligen kleineren Inseln verteilt. Die beiden größten Inseln heißen Fünen und Seeland. Außerdem gibt es noch Tåsinge, Ærø, Langeland, Møn, Bogø, Falster, Lolland und viele viele mehr. Einige der größeren Inseln sind durch Brücken zu erreichen. Ansonsten gibt es Fähren, die mehrfach pro Tag zwischen den Inseln hin- und herpendeln.

Fünen ist geprägt durch das raue Klima im Norden, durch den einsamen und menschenleeren Westen, durch den Osten voller Sandstrände und durch die Fährhäfen und Küstenstädte im Süden. Und mittendrin liegt die Großstadt Odense mit über 180.000 Einwohnern und einer Geschichte bis zurück zur Wikingerzeit. Sie ist die drittgrößte Stadt Dänemarks und die Geburtsstadt des bekanntesten dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen. Fünen ist außerdem bekannt für die vielen pompösen und prunkvollen Schlösser. Unglaubliche 123 Schlösser und Herrenhäuser gibt es hier überall auf der Insel verteilt. Das berühmteste ist wahrscheinlich das Schloss Egeskov aus dem Jahr 1554. Das besterhaltenste Wasserschloss Europas, erbaut im Renaissancestil mit Wallgraben und einer wunderschönen Gartenanlage.

Während unserer Reise haben wir uns vor allem auf Seeland und die kleine Nachbarinsel Møn konzentriert. Etwa 2,5 Millionen Menschen und damit 44 Prozent aller Dänen wohnen auf Seeland. Dort liegt nämlich auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Zugegeben, mit 600.000 Einwohnern eine recht kleine Hauptstadt, dafür aber eine sehr schöne. Ansonsten bietet die Insel fantastische Strände, sonnenreiche Weinanbaugebiete, Dänemarks größte Sternwarte, die Wikingerburg Trelleborg, malerische Wander- und Fahrradwege und hyggelige Ferienhäuser.

Beim nächsten Mal würde ich mir auf jeden Fall noch die kleineren Inseln anschauen, da diese noch viel ursprünglicher und einsamer sind. Und ein Land so authentisch und echt wie möglich kennenzulernen, reizt mich am meisten.

Der Osten Dänemarks ist total abwechslungsreich, denn jede Insel ist auf ihre Art einzigartig. Wir haben die Gegend während unserer Dänemark-Rundreise 3 Tage lang erkundet. Ein paar richtig schöne und sehenswerte Orte von Seeland und Møn zeige ich dir jetzt mal ein bisschen genauer.



Ishøj Strand

Es wird schon langsam dunkel und die Sonne steht als leuchtender, dunkelroter Ball knapp über dem Horizont. Ich stapfe durch den tiefen Sand über die Düne und habe freie Sicht auf die wunderschöne Abenddämmerung am Strand. Die Wellen fließen ganz ruhig ans Ufer, ein paar Möwen kreisen über dem Wasser und halten Ausschau nach dem letzten Happen des Tages. Der Strand ist menschenleer und eine herrliche Ruhe durchströmt diesen idyllischen Ort.

Der Ishøj Strand liegt etwa 20 Kilometer von Kopenhagen entfernt und grenzt an die Køge Bucht, welche mit einer Wassertiefe von nur 5 bis 10 Metern ein sehr flach abfallender Meeresabschnitt ist. Außerdem ist der Ishøj Strand Teil des Køge Bay Beach Park mit einer insgesamt 7 Kilometer langen Küste, wunderschönen Sandstränden und einer traumhaften Dünenlandschaft. Übrigens liegt direkt neben dem beliebten Ferienort das ARKEN Museum für Moderne Kunst.


Kopenhagen

Wir sind in Skandinavien! Spätestens jetzt können wir es nicht mehr übersehen! Pastellfarbene Hausfassaden, exakt verlegtes Kopfsteinpflaster und perfekt gemähter Rasen in den Parks. Kanäle mit riesigen, nostalgischen Segelschiffen durchziehen die Stadt und in den Schaufenstern findest du toll dekorierte Designermöbel für jeden Haushalt (sofern du es dir leisten kannst). Ach und als wäre es das einfachste der Welt, erscheint alles so wahnsinnig gemütlich, lauschig und bequem. In den Straßencafés liegen kuschelige Wolldecken auf den Stühlen, auf den runden Mosaiktischchen stehen dampfende Cappuccinotassen und dazu gibt’s frischgebackene Zimtschnecken. Gesteigert wird der Kopenhagener Wohlfühl-Lifestyle vermutlich nur noch in der Adventszeit. Ich kann mir gut vorstellen, wie überall die Lichtlein leuchten, wie der Glühwein seinen Weihnachtsduft in der Stadt verteilt und wie die schneebedeckten Dächer im Mondschein glitzern – idyllischer und romantischer geht’s nicht!

Wir haben die dänische Hauptstadt im Herbst besucht und selbst da hat uns die tolle Atmosphäre umgehauen. Los geht’s mit einer kleinen Tour durch Kopenhagen!

Die kleine Meerjungfrau

Wie niedlich! Die kleine Meerjungfrau aus dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen ist das kleinste Wahrzeichen der Welt. Sie ist aus Bronze, sitzt seit 1913 auf einem Stein am Ufer von Kopenhagen und ist nur 1,25 Meter klein. Die hübsche Nixe wird leider immer wieder Opfer von Vandalismus. In ihren über 100 Lebensjahren musste sie schon vieles über sich ergehen lassen… Wenn du die kleine Meerjungfrau besuchen möchtest, dann komme am besten am frühen Morgen oder in den Abendstunden, denn normalerweise herrscht bei ihr ein ganz schöner Andrang.

Märchenstunde! Basierend auf der Sage von Udine, erzählt Hans Christian Andersen in seinem Märchen von einer traurigen, kleinen Meerjungfrau, die gerne ein Mensch wäre und die spannende Welt außerhalb des Meeres kennenlernen möchte. Zudem verliebt sie sich in einen Prinzen, den sie kurze Zeit später vor dem Ertrinken rettet. Außerdem erfährt sie, dass nur Menschen eine unsterbliche Seele haben, die nach dem Tod weiterlebt. Um ein Leben als Mensch führen zu können, schließt sie einen Pakt mit der Meerhexe, muss dafür ihre Stimme hergeben und darf ihre Familie nie wieder sehen. Wenn es ihr gelingt, von einem Menschen geliebt zu werden, erhält auch sie eine unsterbliche Seele. Das Märchen hat ein trauriges Ende, denn der Prinz verliebt sich leider nicht in sie. Als die kleine Meerjungfrau zurück ins Wasser springt, verwandelt sie sich in einen Luftgeist. Durch gute Taten kann sie sich so doch noch eine unsterbliche Seele verdienen.

Nyhavn

Der „Neue Hafen“ ist heute die Gastro- und Ausgehmeile Kopenhagens. Bunte Häuser mit markanter Aufschrift, Sonnenschirme dicht an dicht, Tische und Stühle vor jedem Ladenfenster und davor der Kanal mit Restaurantschiffen, aufwendig restaurierten Segelbooten und schwimmenden Bars. Das wuselige Treiben, klirrende Weingläser und die Gerüche verschiedenster Leckereien sind typisch für den Nyhavn. Wenn du keine Lust auf einen Gaststättenbesuch hast, darfst du dein mitgebrachtes Bier auch an der Kaimauer schlürfen und dazu den Klängen der Straßenmusiker lauschen.

Früher war der Nyhavn ein lebhafter Hafen für Händler aus aller Welt, die hier ihr Schiffe be- und entluden. Tavernen für Seemänner, urige Spelunken, Freudenhäuser und zwielichtige Kneipen befanden sich links und rechts vom Wasser. Heute erinnert nur noch das Haus Nummer 9 aus dem Jahr 1681 an diese Zeit, welches sozusagen als Denkmal dient und nicht sonderlich verändert wurde.

Kastell

Eine grün-blaue Oase in Sternform befindet sich im Nordosten von Kopenhagen. Grün, weil sich das Kastell auf einer Insel befindet und heute dank der vielen Wiesen und Parkbänke ein Naherholungsgebiet für die Hauptstadtbewohner ist. Und blau, wegen des mit Wasser gefüllten, sternförmigen Festungsgrabens, der sich rings um die Anlage zieht. Die Sternform der Festungsanlage ist typisch für Skandinavien. Im 17. Jahrhundert ließ König Christian IV das Kastell erbauen, um die Hafeneinfahrt abzusichern.

Zwar wird die Festungsanlage heute auch noch durch das dänische Militär genutzt, wir sind aber vorwiegend Spaziergängern, Touristen und Sportlern begegnet. Der idyllische Park und die gesamte Anlage können kostenlos besucht werden. Täglich um 12 Uhr findet ein zeremonieller Wachwechsel statt und in den Sommermonaten sind um 14 Uhr militärische Konzerte.

Schloss Amalienborg

So, jetzt sind wir angekommen bei den Royals von Skandinavien. Denn hier wohnt sie, die Königin von Dänemark. Genauer gesagt, im südöstlichen der vier Paläste, im Palais Christian IX. Und wenn eure Majestät zuhause ist, dann weht auf dem Dach die dänische Flagge. Auch hier gibt es jeden Tag um 12 Uhr eine Wachablösung und je nachdem, welches Mitglied der Königsfamilie gerade im Palast verweilt, gibt es auch spezielle königliche Wachablösungen mit Musik und großer Flagge.

Das Schloss Amalienborg wurde im 17. Jahrhundert im Rokokostil erbaut. Mitten auf dem großen Schlossplatz steht eine Statue von König Frederik V. auf dem Pferd. Direkt am Wasser befindet sich außerdem der Schlossgarten. Der Palais Christian VIII. ist für Besucher zugänglich, denn dort befindet sich das Amalienborg Museum. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet rund 13 Euro.

Historisches Stadtviertel Nyboder

Die typisch gelben Reihenhäuser wurden im 17. und 18. Jahrhundert, ursprünglich im Auftrag von König Christian IV., erbaut. Darin befanden sich über 600 Wohnungen für die Seeleute der königlichen Marine und deren Familien. Auch heute ist das Stadtviertel noch vorwiegend von Angestellten der dänischen Marine, Armee und Luftwaffe bewohnt. Seit 2006 darf aber auch jeder andere hier einziehen.

In der Sankt Paulsgade 24 befindet sich das Museum Nyboders Mindestuer (deutsch: Gedenkräume). Hier kannst du dir sonntags zwischen 11 und 14 Uhr eine Wohnung einer Nyboder Familie um das Jahr 1900 anschauen. Der Eintritt kostet knapp 3 Euro.

Schloss Rosenborg

Und zum Schluss noch ein richtig pompöses Bauwerk aus dem Jahr 1607. Schon von außen ist das Schloss ein richtiger Hingucker aus roten Ziegelsteinen, verziert mit vielen Türmchen und einem traumhaft schönen Park rings herum. Doch von innen hat das majestätische Domizil noch mehr zu bieten, denn in den Schatzkammern werden die königlichen Insignien aufbewahrt: Krone, Zepter, Reichsschwert, Kronjuwelen und sogar der Krönungsthron. Ach übrigens, vom Schloss Rosenberg startet die Königliche Leibgarde täglich um 11:30 Uhr in Richtung Schloss Amalienburg zur Wachablösung.

Du kannst das Schloss Dienstag bis Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr besichtigen. Der Eintritt kostet etwa 16 Euro.

Spar-Tipp!

Mit der digitalen Kopenhagen City Card* für 24, 48 oder 72 Stunden hast du freien Eintritt zu mehr als 40 Attraktionen sowie kostenlosen Zugang zu den Hop-On-Hop-Off-Bussen.

Parkplatz-Tipp

Falls du mit dem Auto unterwegs bist und Kopenhagen besuchen möchtest, habe ich noch einen Tipp für dich. Wir haben unseren Bulli auf dem Park’n’Ride-Parkplatz im Amager Strandvej 390 im Stadtteil Kastrup abgestellt. Dieser Parkplatz funktioniert mit der App EasyPark. Dort stehen zwar auch Parkscheinautomaten, die kann man aber ignorieren, solange man die App nutzt. Wir haben es sogar mit zwei freundlichen Parkwächtern abgeklärt und ausprobiert. Bei der App suchst du deinen Standort, gibst dann deine geplante Parkdauer ein und bezahlst mit der hinterlegten Kreditkarte. Denke unbedingt dran, dich nach deiner Rückkehr per App wieder aus dem Parkplatz „auszuloggen“. Falls du früher als geplant zurück bist, bekommst du sogar Geld zurückerstattet.

Direkt hinter dem Parkplatz ist die Metrostation Kastrup. Damit bist du dann ohne Umsteigen in 15 Minuten in der Innenstadt von Kopenhagen. Richtig praktisch! Und noch was: Der Ticketautomat an der Metrostation hat keine von unseren Kredit- und EC-Karten akzeptiert. Sicherheitshalber würde ich also Bargeld (natürlich dänische Kronen!) mitnehmen. Ansonsten gibt es auch für den Ticketkauf eine App, die uns schließlich gerettet hat, da wir leider kein Bargeld dabei hatten.


Tipp: Reiselektüre für Dänemark

Als kleinen Vorgeschmack auf deine Reise kann ich dir die folgenden Dänemark-Bücher empfehlen mit tollen Geheimtipps, traumhaften Impressionen und lustigen Anekdoten:

Erschienen im Januar 2021
‎Bruckmann Verlag
192 Seiten

! Mega Tipp für Kopenhagen !

Erschienen im August 2020
‎Droste Verlag
168 Seiten

Erschienen im März 2017
‎Piper
224 Seiten


The Forgotten Giants

Wir stellen unseren Bulli auf dem Vallensbækmosen-Parkplatz ab und machen uns auf den Weg. Vorbei an einem kleinen Restaurant und am Store-Vejleå-See, über eine niedliche Holzbrücke und nach etwa 10 Minuten entdecken wir einen gemähten Weg im hohen Gras. Dort muss es sein! Kurze Zeit später eröffnen die hohen Nadelbäume wie eine Art Tor in den dichten und dunklen Wald. Vorsichtig schleichen wir hinein. Der weiche Waldboden ist bedeckt mit Tannennadeln und immer wieder kreuzen dicke Wurzeln unseren geheimnisvollen Weg. Plötzlich hüpft ein rotbraunes Eichhörnchen an uns vorbei und wir sind natürlich sofort hin und weg von dem niedlichen Kerlchen. Aber deswegen sind wir nicht hergekommen.

Vorsichtig gehen wir weiter. Eigentlich weiß ich ja, was uns erwartet, aber ich fühle mich irgendwie wieder wie ein Kind, das neugierig und aufgeregt zugleich durch den mächtigen, düsteren Wald stapft – ein bisschen wie auf Schatzsuche. Irgendwie ein tolles Gefühl! Und plötzlich sehen wir es! Nein, sie! Darf ich vorstellen: Little Tilde. Da steht die liebenswerte Riesen-Dame zwischen den Bäumen und schaut auf den See hinaus. Sie versucht, sich hinter einem Baum zu verstecken, was ihr aber nicht ganz gelingt. Little Tilde hat einen hölzernen Körper, ein total süßes Gesicht und ist mindestens doppelt so groß wie ich. Wir sind sofort begeistert von dieser grandiosen Idee!

Und jetzt mal zur Aufklärung dieser einmaligen Begegnung: Der dänische Künstler Thomas Dambo hat ein ganz entzückendes Projekt ins Leben gerufen. Aus Schrott und recycelten Materialien hat er zusammen mit seinen Helfern sechs Riesen erschaffen: The Six Forgotten Giants. Die fantastischen Figuren sind über 3 Meter groß und haben an den schönsten, versteckten Orten in der Umgebung von Kopenhagen ein Zuhause gefunden. Und sie sind nicht nur hübsch anzusehen, denn im Inneren von Tilde befinden sich beispielsweise 28 Häuschen für Vögel und Eichhörnchen zum Schutz vor dem kalten Winter. Ist das nicht herzallerliebst?!

Und das sind die sechs Riesen:

  • Teddy Friendly – er wohnt im Hakkemosen Park
  • Oscar under the Bridge – er stützt die Brücke über den Jægersø
  • Sleeping Louis – er hat es sich bei einem Campingplatz in Rødovre gemütlich gemacht
  • Little Tilde – sie steht im Wald am Store-Vejleå-See
  • Thomas on the Mountain – er bewacht den Albertslund Hügel
  • Hill Top Trine – sie sonnt sich in einem Park in Avedøre Sogn

Falls du ein bisschen Zeit mitbringst für ein paar Ausflüge in der Kopenhagener Umgebung, dann statte den Riesen unbedingt einen Besuch ab. Das weckt ganz tolle Märchenwald-Zauberland-Kindheitserinnerungen und du kommst mit einem breiten Lächeln und leuchtenden Augen zurück. Versprochen! Für Kinder ist die Begegnung mit den Riesen dann vermutlich noch ein bisschen toller (auch wenn ich mir nicht ganz vorstellen kann, dass sich irgendjemand noch kindlicher freuen kann als ich).

Video von Thomas Dambo

Møns Klint

Die kleine Insel Møn liegt zwischen Seeland und Falster und hat knapp 9.000 Einwohner. Idyllische Dörfchen, Küsten mit Felsen und Sandstränden, niedliche Häfen, Felder und Mohnwiesen im Sommer. An jeder Ecke wartet ein wunderschönes Postkartenmotiv. Aber weltberühmt ist Møn wegen einer anderen Sehenswürdigkeit. Die weißen Kreidefelsen von Møns Klint leuchten majestätisch über die Ostsee hinweg. Die spektakulären Klippen liegen im Osten von Møn und werden jährlich von rund 300.000 Naturliebhabern besucht. Sie sind 7 Kilometer lang und bis zu 128 Meter hoch.

Beim GeoCenter gibt es für 5 Euro ein Parkticket und du kannst die gut ausgebauten Spazierwege zu den Klippen nutzen. Für knapp 20 Euro kannst du auch die riesige Ausstellung mit zahlreichen Attraktionen und Besonderheiten besuchen. Dafür waren wir aber sowieso zu spät dran. Erst im Abendlicht erreichten wir die steilen Klippen. Das hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn wir waren fast alleine unterwegs auf den Holzstegen und Treppen entlang der Kreidefelsen. Natürlich wollte ich unbedingt ganz nach untem zum Strand, um die Klippen von unten anzuschauen. Das bedeutet: 497 Stufen runter und anschließend wieder hoch. Der Kölner Dom hat übrigens in etwa gleich viele Stufen. Egal, das war’s wert! Wir hatten eine spektakuläre Sicht auf Møns Klint bei märchenhafter Abenddämmerung. Und unterwegs sind wir einer Eule begegnet, was uns auch richtig gefreut hat. Wilde Tiere in der Wildnis – was gibt’s schöneres?


Die Storebælt Brücke

Um den Großen Belt zu überqueren und von Fünen nach Seeland zu gelangen, wurde 1998 die über 12 Kilometer lange Storebælt Brücke eröffnet. Dadurch wurde die frühere Fährverbindung zwischen den beiden Teilen Dänemarks ersetzt. Täglich wird die Hängebrücke von über 30.000 Autos und Lkw genutzt. Außerdem gibt es auch einen Brückenabschnitt für die Eisenbahn. Die Brücke ist mautpflichtig und kostet für Pkw und Wohnmobile unter 6 Meter pro Weg 35 Euro.

Auf halber Länge hat die Brücke eine Zwischenstation auf der winzigen Insel Sprogø. Hier steht ein richtig hübscher Leuchtturm, den man beim Vorbeifahren bestaunen kann, den Valdemars Borg. Ansonsten ist die Geschichte dieser Insel ein bisschen gruselig, denn von 1922 bis 1961 befand sich hier eine Anstalt für Frauen, die zur Vorlage des dänischen Romans „Journal 64“ wurde.


Rødbyhavn und die Scandlines Fähre

Ganz im Süden von Dänemark, auf der Insel Lolland, liegt das kleine Örtchen Rødby mit dazugehörigem Fährhafen an der Ostseeküste. Die Autobahn E 47 endet hier direkt am Ufer und führt auf die Fähren, die von hier aus alle 40 Minuten nach Fehmarn in Deutschland ablegen.

Am Ende unserer Dänemark-Rundreise buchten wir uns online ein Ticket bei Scandlines von Rødbyhavn nach Puttgarden/Fehmarn. Es ist wichtig, dass du im entsprechend angegeben Zeitfenster deiner Fährüberfahrt in Rødbyhavn durch die Schranke fährst. Am automatisierten Schalter bekommst du dann dein ausgedrucktes Ticket mit der entsprechenden Fahrbahn. Dort reihst du dich hinter den anderen Autos ein und schon geht’s aufs Schiff. Während der 45minütigen Fahrt kannst du den tollen Ausblick auf die Ostsee genießen oder im Bordbistro etwas essen und trinken.

Da ich auf die Schnelle nicht sicher war, ob unser Bulli als Pkw oder Wohnmobil zählt und ich Ärger vermeiden wollte, buchte ich das Ticket für Wohnmobile für 81 Euro. Für Pkw hätte die Fahrt an dem Tag nur 40 Euro gekostet. Leider habe ich hinterher gelesen, dass der VW Bus als Pkw zählt. Schade – 40 Euro verschenkt…


Fazit

Dänemark ist so vielseitig! Idyllische Sandstrände, hyggelige Städte, spektakuläre Naturwunder und glückliche, unbeschwerte Momente auf der Suche nach den Riesen. Wunderschöne Erinnerungen haben sich in mein Gedächtnis gebrannt und jeder kann sich denken, was mein Highlight im Osten von Dänemark war. Ich finde es so wichtig, niemals das Kind in sich zu verlieren. Genieße jede Sekunde, mach einfach was dir Spaß macht und denke nicht an morgen. Das bedeutet für mich das ganz große Glück, denn unbeschwert und sorglos entstehen die schönsten und intensivsten Geschichten.

Und so oft denke ich an unsere Begegnung mit Little Tilde zurück, weil der Moment einfach perfekt war. Manche werden sich fragen, was mich an einem Riesen aus Holz so begeistern kann. Ganz ehrlich, das kann ich eigentlich gar nicht so genau erklären. Aber wenn ich meine beste Charaktereigenschaft benennen müsste, dann wäre es meine Fähigkeit, mich für die kleinen Dinge übermäßig begeistern zu können. Das sind so einmalige Minuten voller Glück und Euphorie, dass ich sie mein ganzes Leben lang nie vergesse. Und ich bin ganz sicher, das kann jeder Mensch, wenn er sich einfach mal darauf einlässt und dem Kind in sich die Macht übergibt. In diesem Sinne: In jedem Augenblick kann ein Wunder stecken, du musst es nur zulassen!


Noch nicht genug von Dänemark? Hier geht’s weiter!


Warst du auch schon mal in Dänemark unterwegs und hast weitere schöne Ausflugstipps? Dann schreib mir doch gerne in den Kommentaren!


Offenlegung: Wir haben die komplette Reise selbst bezahlt.

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Ein Kommentar

  1. Hallo Marielle!
    Im letzten Jahr habe ich auch einen Roadtrip durch Dänemark gemacht und war vor allem von Kopenhagen begeistert. Ich wünsche mir sehr, dass wir ganz bald wieder losziehen können, um neue Orte zu entdenken.
    Dein Bericht ist wunderschön und macht so viel Lust aufs Reisen. Weiter so!
    Viele Grüße!
    Luise

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