Endlich geht es los – unsere 4wöchige Rundreise durch Namibia. In den folgenden Wochen teile ich hier einige Eindrücke und Gedanken. Außerdem kannst du unsere Reiseroute live mitverfolgen. Schau gerne immer mal wieder vorbei. Tagesaktuelle Bilder, Videos und News bekommst du wie immer auf meinem Instagram-Account:

Bei Fragen darfst du gerne die Kommentarfunktion ganz unten nutzen. Anstonsten wünsche ich dir viel Spaß beim virtuellen Mitreisen!



Logbuch

Tag 1

Nach einem angenehmen Flug von Frankfurt nach Windhoek geht‘s für uns mit dem Taxi ins Hotel, um ein bisschen Schlaf nachzuholen und uns auf die kommenden Wochen einzustimmen. Wir verbringen einen wunderschönen Abend auf unserer kleinen Terrasse und können es noch gar nicht richtig glauben, dass das Abenteuer jetzt beginnt. Ich bin einfach so dankbar, dass alles geklappt hat und wir nun wirklich in Namibia angekommen sind.

Gute Nacht und bis morgen. Denn dann geht es erst so richtig los!

Tag 2

Nach einem leckeren Pancake mit Schoko-Creme und einem Müsli mit Obstsalat packen wir schnell unsere Sachen und werden überraschend pünktlich um 10 Uhr von Asco Car Hire abgeholt. Der nette Fahrer bringt uns zu unserem Gefährt für die nächsten Wochen. Dort bekommen wir eine ausführliche Einweisung über Verkehrsregeln in Namibia und alle möglichen Funktionen und Skills unseres 4×4 Toyota Hillux. Außerdem bauen wir zusammen mit dem Profi zum ersten Mal unser Dachzelt auf, lassen die Luft aus den Reifen und pumpen sie wieder auf, checken das Camping-Equipment und tasten uns an den Linksverkehr heran.

Und dann geht eigentlich alles ganz schnell und schon rollen wir mitten durch Windhoek auf dem Weg zum Supermarkt, um Lebensmittel für unsere ersten Camping-Tage einzukaufen. Anschließend fahren wir etwa 3,5 Stunden – der größte Teil der Strecke ist noch geteert, dann geht‘s für knapp 25 Kilometer zum ersten Mal über eine Gravel Road (= Schotterpiste).

Nach dem Einchecken auf der Bagatelle Kalahari Lodge bekommen wir eine Map und fahren zur Campsite 6, wo wir passend zum Sonnenuntergang ankommen. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages lassen den roten Sand der Kalahari in einem zauberhaften Licht leuchten und dann passiert es: Ich schaue den Antilopen in der Ferne beim Grasen zu und plötzlich fließen die Tränen in Strömen. Ich bin so erfüllt von der Schönheit unserer Natur, dass ich es einfach nicht glauben kann, wirklich hier zu sein. Die Dankbarkeit durchströmt mich und ich fühle mich so gesegnet, dass ich dieses Wunder mit meinen eigenen Augen sehen darf.

Und als wäre das alles nicht schon genug, passiert ein weiteres „Wunder“. Während wir oben in unserem Dachzelt sitzen und unser Bett machen, ist es draußen schon stockdunkel. Plötzlich hören wir ein sehr lautes Rascheln im hohen Gras vor unserer Campsite und das Rascheln kommt mit schnellen Schritten immer näher. Dann faucht der nächtliche Besucher auch noch und unser Puls schießt erst mal auf 200, als wir mit etwas zittrigen Händen die Taschenlampe einschalten und nach draußen leuchten. Zwei Nashörner stehen direkt am Holzgeländer vor unserem Dachzelt und erfreuen sich an der kühlen Nachtluft. Ich bin einfach nur sprachlos nach diesen atemberaubenden Erlebnissen des ersten Camping-Tages in Namibia. Mal schauen, ob es überhaupt noch schöner werden kann!

Tag 3

Nach einer wirklich EISKALTEN ersten Nacht im Dachzelt, stehen wir am nächsten Morgen um 8 Uhr auf dem Parkplatz der Lodge. Ein Pickup fährt vor und wir springen auf die Ladefläche, denn das nächste Abenteuer wartet auch schon auf uns. Auf der Bagatelle Lodge leben nämlich sechs Geparden, deren Mütter leider von Wilderern getötet wurden. Die Geparden wurden dann hier aufgenommen und von den Menschen aufgezogen. Da sie von ihren Müttern nicht lernen konnten, in der Wildnis zu überleben, bleiben sie für immer hier. Auf 22 Hektar verbringen sie eine tolle Zeit und können sich austoben und auch zurückziehen – fast wie in der großen weiten Welt. Wir dürfen die Guides bei der Fütterung der Geparden begleiten und sind einfach nur beeindruckt von der Schönheit der Tiere und auch vom liebevollen Umgang der Tierpfleger mit den Geparden.

Im Anschluss besuchen wir noch die Erdmännchen-Familie, die hinter der Lodge im roten Sand ihre Höhlenanlage gebaut haben. Schweren Herzens verlassen wir diesen schönen Ort und machen uns auf den Weg zum nächsten Ziel. Nach rund 350 Kilometern erreichen wir das Camp Gecko in der Region Khomas – etwa 30 Kilometer entfernt von Solitaire. Das Camp wird von einem deutschen Pärchen geführt, das vor 3 Jahren nach Namibia ausgewandert ist. Der erste Sonnenuntergang mit Blick auf die unendlichen Weiten der namibischen Savanne treibt mir mal wieder die Tränen in die Augen. Was bedeutet schon alles Materielle auf dieser Welt, wenn man eine solch wunderschöne Natur erleben darf…?

Tag 4

Heute ist einfach mal Ausspannen angesagt. Wir verbringen einen erholsamen Tag im Nirgendwo, beobachten und fotografieren mindestens 10 verschiedene Vogelarten, liegen in der Hängematte (ja, ich habe natürlich auch eine Reise-Hängematte dabei), duschen in unserer Felsen-Dusche mit Weitblick und genießen das Leben.

Tag 5

Der nächste Reisetag steht an. Frühstück gibt‘s heute in Solitaire, was bekannt ist für verrostete Oldtimer und den wohl besten Apfelkuchen Namibias. Eine wirklich einmalige Kulisse, die ich schon so oft in Reise-Reportagen gesehen habe und jetzt bin ich selbst hier – unglaublich. Anschließend tanken wir noch und fahren dann quer durch den Namib-Naukluft Nationalpark bis wir nach etwa 3 Stunden die ersten Dünen der Namib Wüste erreichen.

In Walvis Bay schauen wir uns als Erstes die riesige Flamingo Population mit etwa 43.000 Tieren an. Ich habe zuvor noch nie Flamingos in freier Wildbahn gesehen und bin sehr beeindruckt – vor allem, wenn sie in Schwärmen über uns hinweg fliegen. An der Atlantikküste sind es übrigens nur noch 15 °C. Im Vergleich zu den Tagen zuvor mit bis zu 35 °C ein ganz schöner Temperatursturz und damit Zeit für dicke Pullis. Weil ich eine Frostbeule bin, verbringen wir zwei Nächte in Swakopmund im Hotel und parken den Geländewagen mit Dachzelt vor der Tür. Morgen erwartet uns schon das nächste Highlight. Namibia ist nach nur 4 Tagen schon so facettenreich und traumhaft schön, dass wir es gar nicht fassen können.

Tag 6

Um 8:30 Uhr fährt Charly‘s Desert Tours vor und holt uns ab, um das Leben in der Namib Wüste kennenzulernen. Wer glaubt, in dieser Trockenheit wäre kein Leben möglich, der täuscht sich! Die Namib ist eine der drei Nebelwüsten auf unserer Erde und so sorgt der nächtliche Tau dafür, dass es hier sehr wohl ganz schön lebendig ist. Heute machen wir uns zusammen mit zwei Guides auf die Suche nach den Little Five der Namib Wüste:

  • Tanzende weiße Lady (eine Spinnenart)
  • Palmato Gecko
  • Zwergpuffotter
  • Namaqua Chamäleon
  • Schaufelschnauzen Eidechse

Drei der Little Five haben wir in der Namib entdeckt, das Chamäleon und die Spinne leider nicht. Dafür drei weitere kleine Wüstenbewohner, einen süßen Vogel, eine Blindschleiche und den Nebeltrinker-Käfer. Diese sind in der Namib jedoch nicht einmalig, sondern kommen auch in anderen Teilen der Welt vor. Darum zählen sie auch nicht zu den Little Five, sind aber natürlich dennoch spannende Tiere.

Tag 7

Nach dem Frühstück haben wir unsere Sachen gepackt und aus dem Hotel ausgecheckt, denn für uns geht die Reise weiter. Etwa 1,5 Stunden nördlich von Swakopmund erreichen wir das Cape Cross. Im Registration Office bezahlen wir umgerechnet rund 20 Euro Eintritt und dürfen dann weiterfahren bis zur Küste. Lautstark und extrem geruchsintensiv wurden wir von einer riesigen Seebären Kolonie begrüßt, die knapp 250.000 Tiere umfasst. Dieser Ausflug ist ein absolutes Muss, denn die Tiere liegen bereits auf dem Parkplatz und können sozusagen hautnah beobachtet werden. Eine solch riesige Kolonie ist nicht vorstellbar, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ein gutes Frühstück und einen halbwegs stabilen Magen kann ich jedoch empfehlen, denn der Gestank ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. 😉

Anschließend geht es wieder zurück auf die Straße und für 150 Kilometer Richtung Osten ins Inland. Dann erreichen wir unsere Bleibe für die nächsten 2 Nächte: das Spitzkoppe Camp. Nachdem wir uns an der Rezeption angemeldet haben, dürfen wir uns eine der knapp 25 Campsites aussuchen. Wenn du erst am späten Nachmittag ankommst, ist dein Wunschplatz also vielleicht nicht mehr frei. Wir haben uns für Campsite 7 entschieden, da wir um 15 Uhr tatsächlich nicht mehr viel Auswahl hatten. Während der Campsite-Suche haben wir ein paar niedliche kleine Hörnchen getroffen und nach dem Kochen und Essen ging es dann schon bald ins Zelt.

Tag 8

Nach dem Aufstehen haben wir sofort unsere Kamera geschnappt und sind über die orangefarbenen Felsbrocken zur Bridge geklettert. Das ist eine bogenförmige Felsformation und eine der Sehenswürdigkeiten auf dem Spitzkoppe Camp. Unterwegs haben wir wunderschöne Echsen gesehen und viele verschiedene Vogelarten. Auf dem Rückweg sind wir dann mitten in eine Klippschliefer-Bande geraten und konnten die kleinen pelzigen Kerlchen beobachten. 

Und weil die Campsite 7 recht stark frequentiert war von Spitzkoppe-Wanderern wollten wir uns für heute ein ruhigeres Plätzchen suchen. Schließlich sind wir ganz am Ende des Geländes bei Campsite 11B gelandet, wo wir einen gemütlichen Tag mit ein paar Spaziergängen, einer weiteren Klippschliefer-Gruppe und einem idyllischen Lagerfeuer am Abend verbracht haben. Morgen ist wieder Reisetag und wir sind gespannt, was uns als nächstes erwartet.

Tag 9

Weiter geht‘s in den nächsten Tagen… 🙂


Reiselektüre

Als große Reiseführer-Liebhaberin habe ich hier noch drei tolle Vorschläge, die dir bei deinen Reiseplanungen helfen können:

Erschienen im Oktober 2021
Wildlife Tour Guide
120 Seiten

Erschienen im Januar 2022
DUMONT REISEVERLAG
392 Seiten

Erschienen im April 2019
360° medien
372 Seiten


Steckbrief Namibia

  • Kontinent: Afrika
  • Fläche: 824.116 km²
  • Amtssprachen: Englisch + über 30 Nationalsprachen
  • Währung: Namibia-Dollar
  • Hauptstadt: Windhoek
  • Nationalfeiertag: 21. März
  • Staatsoberhaupt: Präsident Hage Geingob
  • Einwohner: ~ 2.500.000 Einwohner
  • Bevölkerungsdichte: 2,8 Einwohner pro km²
  • Landschaft: Wüste Namib im Westen und Wüste Kalahari im Osten
  • Höchster Berg: Königstein mit 2.573 m ü. d. M.

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2 Kommentare

  1. Wunderschöne einzigartige Eindrücke! Darf man schon bissle neidisch sein… wünsche Euch noch massenhaft weitere davon. Viel Spaß dabei… und immer schön aufpassen…!

  2. Bereits jetzt habt ihr so viel besonderere Eindrücke als so viele Urlauber in ihren Hotelpools, Bars und übervölkerten Stränden. Weiterhin viel Freude in den kommenden Wochen und viele schöne Momente in Mitten von Fauna, Flora und besonderen Menschen!!!

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