Endlich geht es los – unsere 4wöchige Rundreise durch Namibia. In den folgenden Wochen teile ich hier einige Eindrücke und Gedanken. Außerdem kannst du unsere Reiseroute live mitverfolgen. Schau gerne immer mal wieder vorbei. Tagesaktuelle Bilder, Videos und News bekommst du wie immer auf meinem Instagram-Account:

Bei Fragen darfst du gerne die Kommentarfunktion ganz unten nutzen. Anstonsten wünsche ich dir viel Spaß beim virtuellen Mitreisen!



Meine Reiseberichte aus Namibia



Reiselektüre

Als große Reiseführer-Liebhaberin habe ich hier noch drei tolle Vorschläge, die dir bei deinen Reiseplanungen helfen können:

Erschienen im Oktober 2021
Wildlife Tour Guide
120 Seiten

Erschienen im Januar 2022
DUMONT REISEVERLAG
392 Seiten

Erschienen im April 2019
360° medien
372 Seiten


Reise-Tagebuch

Tag 1

Nach einem angenehmen Flug von Frankfurt nach Windhoek geht‘s für uns mit dem Taxi ins Hotel, um ein bisschen Schlaf nachzuholen und uns auf die kommenden Wochen einzustimmen. Wir verbringen einen wunderschönen Abend auf unserer kleinen Terrasse und können es noch gar nicht richtig glauben, dass das Abenteuer jetzt beginnt. Ich bin einfach so dankbar, dass alles geklappt hat und wir nun wirklich in Namibia angekommen sind.

Gute Nacht und bis morgen. Denn dann geht es erst so richtig los!

Tag 2

Nach einem leckeren Pancake mit Schoko-Creme und einem Müsli mit Obstsalat packen wir schnell unsere Sachen und werden überraschend pünktlich um 10 Uhr von Asco Car Hire abgeholt. Der nette Fahrer bringt uns zu unserem Gefährt für die nächsten Wochen. Dort bekommen wir eine ausführliche Einweisung über Verkehrsregeln in Namibia und alle möglichen Funktionen und Skills unseres 4×4 Toyota Hillux. Außerdem bauen wir zusammen mit dem Profi zum ersten Mal unser Dachzelt auf, lassen die Luft aus den Reifen und pumpen sie wieder auf, checken das Camping-Equipment und tasten uns an den Linksverkehr heran.

Und dann geht eigentlich alles ganz schnell und schon rollen wir mitten durch Windhoek auf dem Weg zum Supermarkt, um Lebensmittel für unsere ersten Camping-Tage einzukaufen. Anschließend fahren wir etwa 3,5 Stunden – der größte Teil der Strecke ist noch geteert, dann geht‘s für knapp 25 Kilometer zum ersten Mal über eine Gravel Road (= Schotterpiste).

Nach dem Einchecken auf der Bagatelle Kalahari Lodge bekommen wir eine Map und fahren zur Campsite 6, wo wir passend zum Sonnenuntergang ankommen. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages lassen den roten Sand der Kalahari in einem zauberhaften Licht leuchten und dann passiert es: Ich schaue den Antilopen in der Ferne beim Grasen zu und plötzlich fließen die Tränen in Strömen. Ich bin so erfüllt von der Schönheit unserer Natur, dass ich es einfach nicht glauben kann, wirklich hier zu sein. Die Dankbarkeit durchströmt mich und ich fühle mich so gesegnet, dass ich dieses Wunder mit meinen eigenen Augen sehen darf.

Und als wäre das alles nicht schon genug, passiert ein weiteres „Wunder“. Während wir oben in unserem Dachzelt sitzen und unser Bett machen, ist es draußen schon stockdunkel. Plötzlich hören wir ein sehr lautes Rascheln im hohen Gras vor unserer Campsite und das Rascheln kommt mit schnellen Schritten immer näher. Dann faucht der nächtliche Besucher auch noch und unser Puls schießt erst mal auf 200, als wir mit etwas zittrigen Händen die Taschenlampe einschalten und nach draußen leuchten. Zwei Nashörner stehen direkt am Holzgeländer vor unserem Dachzelt und erfreuen sich an der kühlen Nachtluft. Ich bin einfach nur sprachlos nach diesen atemberaubenden Erlebnissen des ersten Camping-Tages in Namibia. Mal schauen, ob es überhaupt noch schöner werden kann!

Tag 3

Nach einer wirklich EISKALTEN ersten Nacht im Dachzelt, stehen wir am nächsten Morgen um 8 Uhr auf dem Parkplatz der Lodge. Ein Pickup fährt vor und wir springen auf die Ladefläche, denn das nächste Abenteuer wartet auch schon auf uns. Auf der Bagatelle Lodge leben nämlich sechs Geparden, deren Mütter leider von Wilderern getötet wurden. Die Geparden wurden dann hier aufgenommen und von den Menschen aufgezogen. Da sie von ihren Müttern nicht lernen konnten, in der Wildnis zu überleben, bleiben sie für immer hier. Auf 22 Hektar verbringen sie eine tolle Zeit und können sich austoben und auch zurückziehen – fast wie in der großen weiten Welt. Wir dürfen die Guides bei der Fütterung der Geparden begleiten und sind einfach nur beeindruckt von der Schönheit der Tiere und auch vom liebevollen Umgang der Tierpfleger mit den Geparden.

Im Anschluss besuchen wir noch die Erdmännchen-Familie, die hinter der Lodge im roten Sand ihre Höhlenanlage gebaut haben. Schweren Herzens verlassen wir diesen schönen Ort und machen uns auf den Weg zum nächsten Ziel. Nach rund 350 Kilometern erreichen wir das Camp Gecko in der Region Khomas – etwa 30 Kilometer entfernt von Solitaire. Das Camp wird von einem deutschen Pärchen geführt, das vor 3 Jahren nach Namibia ausgewandert ist. Der erste Sonnenuntergang mit Blick auf die unendlichen Weiten der namibischen Savanne treibt mir mal wieder die Tränen in die Augen. Was bedeutet schon alles Materielle auf dieser Welt, wenn man eine solch wunderschöne Natur erleben darf…?

Tag 4

Heute ist einfach mal Ausspannen angesagt. Wir verbringen einen erholsamen Tag im Nirgendwo, beobachten und fotografieren mindestens 10 verschiedene Vogelarten, liegen in der Hängematte (ja, ich habe natürlich auch eine Reise-Hängematte dabei), duschen in unserer Felsen-Dusche mit Weitblick und genießen das Leben.

Tag 5

Der nächste Reisetag steht an. Frühstück gibt‘s heute in Solitaire, was bekannt ist für verrostete Oldtimer und den wohl besten Apfelkuchen Namibias. Eine wirklich einmalige Kulisse, die ich schon so oft in Reise-Reportagen gesehen habe und jetzt bin ich selbst hier – unglaublich. Anschließend tanken wir noch und fahren dann quer durch den Namib-Naukluft Nationalpark bis wir nach etwa 3 Stunden die ersten Dünen der Namib Wüste erreichen.

In Walvis Bay schauen wir uns als Erstes die riesige Flamingo Population mit etwa 43.000 Tieren an. Ich habe zuvor noch nie Flamingos in freier Wildbahn gesehen und bin sehr beeindruckt – vor allem, wenn sie in Schwärmen über uns hinweg fliegen. An der Atlantikküste sind es übrigens nur noch 15 °C. Im Vergleich zu den Tagen zuvor mit bis zu 35 °C ein ganz schöner Temperatursturz und damit Zeit für dicke Pullis. Weil ich eine Frostbeule bin, verbringen wir zwei Nächte in Swakopmund im Hotel und parken den Geländewagen mit Dachzelt vor der Tür. Morgen erwartet uns schon das nächste Highlight. Namibia ist nach nur 4 Tagen schon so facettenreich und traumhaft schön, dass wir es gar nicht fassen können.

Tag 6

Um 8:30 Uhr fährt Charly‘s Desert Tours vor und holt uns ab, um das Leben in der Namib Wüste kennenzulernen. Wer glaubt, in dieser Trockenheit wäre kein Leben möglich, der täuscht sich! Die Namib ist eine der drei Nebelwüsten auf unserer Erde und so sorgt der nächtliche Tau dafür, dass es hier sehr wohl ganz schön lebendig ist. Heute machen wir uns zusammen mit zwei Guides auf die Suche nach den Little Five der Namib Wüste:

  • Tanzende weiße Lady (eine Spinnenart)
  • Palmato Gecko
  • Zwergpuffotter
  • Namaqua Chamäleon
  • Schaufelschnauzen Eidechse

Drei der Little Five haben wir in der Namib entdeckt, das Chamäleon und die Spinne leider nicht. Dafür drei weitere kleine Wüstenbewohner, einen süßen Vogel, eine Blindschleiche und den Nebeltrinker-Käfer. Diese sind in der Namib jedoch nicht einmalig, sondern kommen auch in anderen Teilen der Welt vor. Darum zählen sie auch nicht zu den Little Five, sind aber natürlich dennoch spannende Tiere.

Tag 7

Nach dem Frühstück haben wir unsere Sachen gepackt und aus dem Hotel ausgecheckt, denn für uns geht die Reise weiter. Etwa 1,5 Stunden nördlich von Swakopmund erreichen wir das Cape Cross. Im Registration Office bezahlen wir umgerechnet rund 20 Euro Eintritt und dürfen dann weiterfahren bis zur Küste. Lautstark und extrem geruchsintensiv wurden wir von einer riesigen Seebären Kolonie begrüßt, die knapp 100.000 Tiere umfasst. Dieser Ausflug ist ein absolutes Muss, denn die Tiere liegen bereits auf dem Parkplatz und können sozusagen hautnah beobachtet werden. Eine solch riesige Kolonie ist nicht vorstellbar, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ein gutes Frühstück und einen halbwegs stabilen Magen kann ich jedoch empfehlen, denn der Gestank ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. 😉

Anschließend geht es wieder zurück auf die Straße und für 150 Kilometer Richtung Osten ins Inland. Dann erreichen wir unsere Bleibe für die nächsten 2 Nächte: das Spitzkoppe Camp. Nachdem wir uns an der Rezeption angemeldet haben, dürfen wir uns eine der knapp 25 Campsites aussuchen. Wenn du erst am späten Nachmittag ankommst, ist dein Wunschplatz also vielleicht nicht mehr frei. Wir haben uns für Campsite 7 entschieden, da wir um 15 Uhr tatsächlich nicht mehr viel Auswahl hatten. Während der Campsite-Suche haben wir ein paar niedliche kleine Hörnchen getroffen und nach dem Kochen und Essen ging es dann schon bald ins Zelt.

Tag 8

Nach dem Aufstehen haben wir sofort unsere Kamera geschnappt und sind über die orangefarbenen Felsbrocken zur Bridge geklettert. Das ist eine bogenförmige Felsformation und eine der Sehenswürdigkeiten auf dem Spitzkoppe Camp. Unterwegs haben wir wunderschöne Echsen gesehen und viele verschiedene Vogelarten. Auf dem Rückweg sind wir dann mitten in eine Klippschliefer-Bande geraten und konnten die kleinen pelzigen Kerlchen beobachten. 

Und weil die Campsite 7 recht stark frequentiert war von Spitzkoppe-Wanderern wollten wir uns für heute ein ruhigeres Plätzchen suchen. Schließlich sind wir ganz am Ende des Geländes bei Campsite 11B gelandet, wo wir einen gemütlichen Tag mit ein paar Spaziergängen, einer weiteren Klippschliefer-Gruppe und einem idyllischen Lagerfeuer am Abend verbracht haben. Morgen ist wieder Reisetag und wir sind gespannt, was uns als nächstes erwartet.

Tag 9

Heute geht unsere Reise weiter Richtung Norden. Wir fahren etwas mehr als 300 Kilometer und erreichen das Okonjima Nature Reserve. Dort befindet sich die AfriCat Foundation, eine Organisation, die sich hauptsächlich um den Schutz von Großkatzen kümmert. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Bildung der namibischen Jugend, die dadurch später das Zusammenleben von Farm- und Raubtieren besser vereinbaren kann.

Im Okonjima Nature Reserve haben wir am Nachmittag das Leopard Tracking begleitet. Um die Leoparden zu erforschen und artgerecht zu schützen, tragen einige Tiere ein Sender-Halsband. Dieses kann mit Hilfe von Radiowellen angepeilt und gefunden werden. Die Tracking Tour war wahnsinnig spannend, denn plötzlich deutete das Signal in eine Richtung abseits der Feldwege und so drehte unser Guide das Fahrzeug und fuhr quer durch Gestrüpp und Gehölz. Mit so einer holprigen Abenteuer-Fahrt hätten wir nicht gerechnet. Tatsächlich haben wir das Leoparden-Männchen gefunden, das vor einigen Stunden ein Warzenschwein erlegt hatte. Wir konnten beobachten, wie der Leopard abwechselnd ruhte und an seiner Beute weiterfraß.

Auf der Fahrt konnten wir außerdem noch viele weitere Tiere sehen, somit war unser erster Game Drive ein voller Erfolg und wir kamen sehr zufrieden zu unserer Campsite zurück.

Tag 10 – 13

Nach den ersten neun Reisetagen ist es nun an der Zeit für unseren ersten längeren Aufenthalt an einem Ort: der Etosha Nationalpark. Hier verbringen wir insgesamt vier Nächte auf zwei verschiedenen Campsites, Halali und Okaukuejo. Obwohl die Lodges außerhalb des Nationalparks schöner sein sollen, kann ich unbedingt empfehlen, ein paar Nächte innerhalb des Parks zu verbringen. Denn ein großes Highlight unseres Etosha-Besuchs fand vor allem abends statt. Wir haben jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit 2-3 Stunden an den Wasserlöchern der Campsites verbracht. Es war einfach fantastisch, wie viele verschiedene Tiere zum Trinken kamen, sogar ein Leopard und mehrere Hyänen waren darunter. Außerdem Elefanten, Nashörner, die verschiedensten Antilopen, Zebras, Schakale und Giraffen.

Natürlich haben wir auch viele Stunden mit dem eigenen Auto im Park verbracht und sind auf Grund der Trockenzeit von Wasserloch zu Wasserloch gefahren. Dort sind dann die meisten Tiere anzutreffen – oftmals sogar viele hunderte, sodass die Tierdichte total surreal erscheint. Insgesamt hätten wir niemals erwartet, dass wir so viele Tiere im Etosha Nationalpark sehen. Vor allem auch große Elefantenherden mit vielen Jungtieren, die an die Wasserlöcher zum Baden kamen.

Einen ganz besonderen Game Drive mit außergewöhnlichen Tiersichtungen hatten wir in den frühen Morgenstunden. Wir haben eine geführte Tour um 6 Uhr morgens mitgemacht, noch bevor der Nationalpark die Tore öffnet und konnten einen Geparden, Hyänen, ein Spitzmaulnashorn und eine Löwenfamilie beim Fressen beobachen. Das war ein echtes Highlight!

Tag 14

Nach unseren letzten Stunden im Etosha Nationalpark verlassen wir diesen über das Namutoni Gate und fahren in Richtung Grootfontein und anschließend weiter auf die Straße B8 nach Norden. Nach etwa 200 Kilometern erreichen wir unseren Zwischenstopp für die Nacht: Roy’s Rest Camp. Wir verbringen einen gemütlichen, ruhigen Abend auf unserer Campsite und bereiten uns damit auf den nächsten Fahrtag und ein weiteres Highlight unserer Reise vor.

Tag 15

Unsere Reiseroute führt uns heute nach Rundu an der Grenze zu Angola und weiter nach Osten bis wir den Beginn des Caprivi-Streifens erreichen. Auf diese Region Namibias habe ich mich mit am meisten gefreut, weil sie so anders sein soll als der Rest des Landes. Die Flüsse in dieser Gegend führen ganzjährig Wasser und sorgen damit auch in der Trockenzeit für eine üppig grüne Landschaft mit dichtem Bewuchs und weiteren Tierarten, die wir bislang noch nicht kennengelernt haben.

Wir erreichen das Ngepi Camp für die nächsten zwei Nächte am Nachmittag und sind sofort begeistert von der entspannten Atmosphäre und dem einzigartigen Wohlfühl-Charakter unseres Reiseziels. Als wir unsere Campsite beziehen, kann ich mich kaum noch halten vor Freude. Wir stellen unser Dachzelt nämlich direkt am Fluss Cubango auf und ich kann schon nach wenigen Minuten die ersten Hippos direkt vor unserer Feuerstelle sehen. Bei einem Rundgang über den Campingplatz sehen wir dann sogar noch ein Krokodil. Genau so habe ich mir den Caprivi Streifen vorgestellt! Klasse! 🙂

Tag 16

Nach einem ruhigen Vormittag mit Frühstück, Kaffee und einer Open-Air-Dusche schauen wir uns heute zum ersten Mal den Bwabwata National Park an. Dieser ist eingeteilt in vier Bereiche: Mahango Core Area, Buffalo Core Area, Kwando Core Area und die Multi-Purpose Area. Letzteres ist das einzige Gebiet, in dem Menschen leben dürfen.

In den nächsten sieben Tagen wollen wir alle Bereiche besuchen und heute starten wir mit der Mahango Core Area. Obwohl dieser Teil der Nationalparks recht klein ist, sehen wir über 20 verschiedene Tierarten und sehen zum ersten Mal ein paar Kaffernbüffel in der Ferne am anderen Flussufer. Damit haben wir nun alle fünf der Big 5 in Namibia gesichtet.

Tag 17

Heute ist wieder Reisetag, doch bevor es zurück auf die Straße geht, besuchen wir den zweiten Bereich des Bwabwata National Park, und zwar die Buffalo Core Area. Uns erwarten hier die ersten richtig anspruchsvollen Sandpisten und ein paar Steigungen, die das Auto eher hinauf klettern anstatt fahren muss. Wir sind etwa drei Stunden im Park unterwegs, sehen den Namensgeber “Buffalo” leider schon wieder nur aus der Ferne, dafür aber andere schöne Tiere.

Anschließend fahren wir rund 400 Kilometer weiter zur nächsten Station, dem Chobe River Camp. Hier pausieren wir für drei Nächte vom Dachzelt-Leben und ziehen in ein Glamping-Häuschen direkt am Fluss Chobe. Die kleine Auszeit tut uns richtig gut. Wir sind von der Lodge mehr als begeistert und fühlen uns richtig wohl.

Tag 18

Nach einem wunderschönen Vormittag auf unserer Terrasse und einem leckeren Lunch im Lodge-Restaurant ging es für mich am Nachmittag auf einen Game Drive entlang des Chobe River. Südlich des Flusses befindet sich der Chobe Nationalpark in Botswana und nördlich des Flusses liegt das Schutzgebiet Salambala Conservancy in Namibia. Beide Bereiche konnte ich auf der Fahrt kennenlernen und viele Tiere sehen, die sich perfekt an das Leben am Fluss angepasst haben. Zum Sonnenuntergang machte sich dann sogar eine Elefantenherde auf dem Weg von Botswana in Richtung Chobe River. Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis.

Tag 19

Den heutigen Tag haben wir uns komplett frei genommen und zum Seele-Baumeln genutzt. Das Frühstück im Chobe River Camp war wie jeden Morgen ausgezeichnet und so starten wir sehr zufrieden in unseren Ruhetag. Von unserer Glaming-Terrasse können wir ganz wunderbar Tiere beobachten, denn sogar Krokodile liegen immer wieder in der Sonne am Fluss. Außerdem kommen viele verschiedene Vögel vorbei uns sogar Antilopen-Herden. Bei einem Aufenthalt im Caprivi-Streifen ist das Chobe River Camp meiner Meinung nach ein absolutes Muss. Für uns waren die Tage hier ein toller Höhepunkt unserer Namibia-Rundreise.

Tag 20

Nach drei erholsamen Nächten am Chobe River steht heute wieder der nächste Reisetag an. Wir fahren zurück nach Katima Mulilo und nehmen anschließend die Straße C49, die übrigens ebenfalls durchgehend geteert ist. Nach insgesamt 180 Kilometern erreichen wir die Abzweigung zu unserem nächsten Wildlife-Ausflug: der Nkasa Rupara Nationalpark. Damit kommen wir auch an die Grenzen von Google Maps, was zum ersten Mal keine Straße zu diesem Nationalpark kennt. Dank der Straßenschilder finden wir die Abzweigung jedoch problemlos, biegen auf die D3518 und erreichen den Eingang des Nationalparks nach weiteren 11 Kilometern – diesmal Sandpiste. Wir verbringen einen spannenden Nachmittag mit unserem Toyota Hilux im Nkasa Rupara Nationalpark und sehen Gnus, Zebras, Flusspferde, Wasserböcke, Impalas, einen Toko und Warzenschweine.

Im Anschluss fahren wir weiter zu unserer nächsten Campsite und erreichen nach weiteren 70 Kilometern unser Ziel. Im Mavunje Camp haben wir vier eigene Strohhäuschen: Toilette, Waschbereich, Küche und Essbereich. Außerdem können wir eine eigene Open-Air-Dusche und eine Feuerstelle nutzen und dazu ist genügend Platz für unser Auto mit Dachzelt. Die Campsite liegt direkt am Fluss, womit wir auch einen eigenen “Bootsanleger” haben – dieser kommt dann morgen früh zum Einsatz.

Tag 21

Morgens um 6 Uhr stehen wir an unserem Bootsanleger und warten auf Dan, den Besitzer des Mavunje Camp. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen und es ist – wie jeden Morgen unserer Reise – noch richtig frisch. Mit dickem Pullover steigen wir zu Dan auf sein Motorboot, holen noch ein anderes Pärchen ab und fahren dann entlang des Kwando River in Richtung Sonnenaufgang. Dieser Morgen sollte eines meiner Highlights in Namibia werden, denn Dan zeigt uns so viele Tiere und versorgt uns mit unglaublich viel Wildlife-Wissen. Auch die Möglichkeit, all die Tiere vom Wasser aus zu beobachten, ist absolut einzigartig und beeindruckend. Und zum ERSTEN MAL sehen wir auch endlich die Kaffernbüffel aus direkter Nähe! Weil uns Dan sein Zuhause durch die fantastische Bootstour noch ein ordentliches Stück näher bringt, sorgt er schließlich dafür, dass wir den Aufenthalt im Mavunje Camp um eine Nacht verlängern und so noch einen weiteren Tag im Caprivi Streifen verbringen.

Am Nachmittag schauen wir uns dann noch die dritte Area des Bwabwata National Parks auf eigene Faust an: die Kwando Core Area. Schon kurz nach dem Eingangstor läuft direkt vor uns eine kleine Gruppe Elefanten über den Weg und genauso sollte es weitergehen. Wir haben uns mittlerweile übrigens angewöhnt, unsere Game Drives mit Zettel und Stift zu begleiten und alle Tiere aufzuschreiben, die wir sehen. So kommen wir auch hier – wie in der Mahango Core Area – auf über 20 verschiedene Tierarten und viele davon sehen wir mehrfach und teilweise in riesigen Gruppen und Herden. Neu ist hier übrigens die Rappenantilope und die Leierantilope, die hatten wir zuvor noch nicht entdeckt. Und ich habe eine neue Lieblings-Antilope, die Letschwen, weil diese immer so freundlich lächeln (siehe Fotos).

Tag 22

Um 7 Uhr heißt es nun endgültig Abschied nehmen von der grünen Oase Namibias. Wir haben bereits gepackt, das Dachzelt zusammen geklappt und sind einigermaßen fit, denn heute erwartet uns die längste Strecke unserer Reise. Um mehr Zeit im Caprivi Streifen zu verbringen, haben wir uns entschieden, eine Zwischenstation auszulassen und die gesamte Strecke bis zum nächsten Ziel an einem Tag zu fahren. Das bedeutet, heute erwarten uns knappe 900 Kilometer. Wir dachten, das wird höllisch. Jedoch haben wir uns die Strecke aufgeteilt und auf der Hälfte eine ausgiebige Ess- und Tankpause gemacht und irgendwie war es dann überhaupt so nicht schlimm, wie erwartet. Und tatsächlich sind wir schon um 17:30 angekommen. Wir erreichen das Waterberg Andersson Camp und beziehen die Campsite 9. Dort fallen wir dann recht früh in unser Dachzelt-Bett und sind gespannt, was uns morgen erwartet.

Tag 23

Vormittags lassen wir es heute ruhig angehen, um uns noch ein bisschen von der langen Fahrt zu erholen. Also montiere ich meine Hängematte zwischen einem Baum und unserem Schattenspender. Wir frühstücken gemütlich und gehen anschließend ein bisschen im Waterberg Wilderness Reserve spazieren – hier gibt es nämlich viele Wanderwege und Aussichtspunkte. Zu Fuß erreichen wir auch die Wilderness Lodge, wo es einen großen Außenbereich gibt mit vielen hohen Bäumen und Sitzgelegenheiten. Hier bekommen wir auch ein leckeres Mittagessen und beobachten nebenbei die vielen Vögel und eine große Gruppe Paviane.

Am Nachmittag erwartet uns wieder einmal ein besonderes Highlight unserer Reise. Um 16 Uhr werden wir von einem Guide mit einem Safari-Fahrzeug abgeholt, sammeln noch weitere vier Personen ein und fahren in das Reservat am Fuße des Waterberg. Das private Waterberg Wilderness Nature Reserve ist vor allem bekannt für ihr Nashorn-Schutzprogramm. Im 3.500 Hektar großen Naturpark leben unter anderem Giraffen, Kuhantilopen, Strauße, Gnus, Eland-Antilopen, Zebras und sieben Breitmaul-Nashörner – und genau diese suchen wir heute auf unserem Rhino Drive.

Da die Nashörner vor allem vor Wilderern geschützt werden müssen, kennen die Guides einige ihrer Aufenthaltsorte und so werden wir tatsächlich fündig und treffen auf alle sieben Tiere im Laufe unseres 3-stündigen Game Drives. Dadurch dass die Tiere Tag und Nacht von Wächtern beschützt werden, sind sie auch an Menschen gewöhnt und so dürfen wir sogar aussteigen und zum ersten Mal Auge in Auge neben einem Nashorn stehen. Den Mindestabstand von 5 Metern müssen wir immer einhalten – dennoch ist dieses Erlebnis absolut atemberaubend!

Tag 24

So langsam nähern wir uns dem Ende unserer Reise und tatsächlich war das nun die letzte Nacht in unserem Dachzelt. Heute fahren wir nur knapp 35 Kilometer zu einer Unterkunft direkt am Kleinen Waterberg. In der Waterberg Guest Farm beziehen wir einen Buschbungalow am Hang des Kleinen Waterbergs mit Blick auf die Felskante des großen Waterberg Plateaus. Wir werden vom Personal richtig lieb begrüßt und umsorgt und unser kleines eigenes Häuschen ist wirklich fantastisch und genau das, was wir nach über 3 Wochen Camping-Leben brauchen.

So viel zu den schönen Seiten der Unterkunft. Manch anderes ist hier leider etwas fragwürdig. Unser hübscher Bungalow hat leider kein Moskitonetz, dieses wäre hier nachts jedoch nötiger als an allen anderen bisherigen Orten in Namibia. Denn nicht nur wir bewohnen das kleine Häuschen, wie wir heute Nacht feststellen, sondern auch eine recht beträchtliche Spinnenfamilie. Memo an mich: Gehe niemals ohne Moskitonetz nach Namibia (auch wenn überall sonst eines vorhanden war)! Der andere fragwürdige Aspekt ist das deutsche Besitzer-Ehepaar, das bei jedem Frühstück und Abendessen mit den Gästen an einem großen Tisch sitzt, jedoch äußerst abweisend und reserviert wirkt. Wir lassen uns davon nicht die Laune verderben und machen uns nach einem schnellen Frühstück aus dem Staub. Beim anschließenden Durchlesen einiger Bewertungen der Guest Farm wurde mein Eindruck der Besitzer durch so manchen Erfahrungsbericht jedoch bestätigt… 😉

Tag 25

Die letzten 260 Kilometer zurück bis zur Autovermietung in Windhoek vergehen wie im Flug. Kurz vor der Abgabe tanken wir noch und fahren schließlich nach 25 Tagen Rundreise durch Namibia bei Asco Car Hire auf den Hof. Sehr wehmütig, wohlgemerkt! Denn was wir in dieser Zeit alles erlebt haben, kann ich immer noch nicht glauben. Ich nehme mal an, das wird mir alles erst mit etwas Abstand bewusst. Ich möchte keine Sekunde in Namibia missen und behalte alle Momente für immer im Herzen. In keinem Land habe ich bisher so viele Freudentränen vergossen und so viel Dankbarkeit empfunden, dass ich diese Reise erleben darf. Und ansonsten bin ich einfach sprachlos, denn die schöne Natur und die Artenvielfalt kann ich überhaupt nicht in Worte fassen.

Die Rückgabe unseres 4×4-Toyotas – welcher uns übrigens pannenfrei durch Namibia befördert hat – verläuft absolut unkompliziert. Wir haben schon in der gestrigen Unterkunft gepackt und aufgeräumt und müssen dadurch einfach nur unsere Gepäckstücke aus dem Auto hieven und den Schlüssel abgeben. Ein Mitarbeiter checkt noch kurz den Fahrzeugzustand und stellt keine neue Schäden fest. Anschließend bringt uns Bruno zu unserem Hotel für die letzte Nacht in Namibia.

Wir checken bei der warmherzigen Besitzerin Anri im Haus Schwerinsburg ein und verbringen einen wundervollen letzten Nachmittag in Windhoek. Das kleine B&B ist übrigens absolut zauberhaft! Unser Zimmer mit Blick über Windhoek ist so schön, dass wir es kaum glauben können und Anri ist so lieb und freundlich, dass wir gerne noch einige Tage geblieben wären. Wir haben ihr versprochen, wieder zu kommen, wenn wir Namibia ein weiteres Mal bereisen. Eine schönere Unterkunft kann ich mir in Windhoek wirklich nicht vorstellen!

Tag 26

Nun müssen wir endgültig Abschied nehmen. Obwohl wir den Mietwagen gestern schon abgegeben haben, hat Asco Car Hire angeboten, uns heute noch zum Flughafen zu bringen – völlig umsonst! Und so kommt Bruno heute nochmal vorbei und fährt uns die 30 Minuten bis zum Hosea Kutako International Airport. Der Check-In läuft problemlos und wir steigen pünktlich in den Flieger. Nach einer Zwischenlandung in Johannesburg landen wir wieder auf deutschem Boden.

Sicherlich konntest du in diesem Reisetagebuch zwischen den Zeilen lesen, wie schön diese Reise für mich war. In Wirklichkeit war es natürlich noch viel schöner, denn all die traumhaften Erlebnisse lassen sich kaum so fantastisch darstellen, wie sie tatsächlich waren. Zum Schluss bleibt mir eigentlich nur noch eins, was ich sagen möchte:

Danke Namibia! Danke, für eine der schönsten Reisen meines Lebens!


Steckbrief Namibia

  • Kontinent: Afrika
  • Fläche: 824.116 km²
  • Amtssprachen: Englisch + über 30 Nationalsprachen
  • Währung: Namibia-Dollar
  • Hauptstadt: Windhoek
  • Nationalfeiertag: 21. März
  • Staatsoberhaupt: Präsident Hage Geingob
  • Einwohner: ~ 2.500.000 Einwohner
  • Bevölkerungsdichte: 2,8 Einwohner pro km²
  • Landschaft: Wüste Namib im Westen und Wüste Kalahari im Osten
  • Höchster Berg: Königstein mit 2.573 m ü. d. M.

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2 Kommentare

  1. Wunderschöne einzigartige Eindrücke! Darf man schon bissle neidisch sein… wünsche Euch noch massenhaft weitere davon. Viel Spaß dabei… und immer schön aufpassen…!

  2. Bereits jetzt habt ihr so viel besonderere Eindrücke als so viele Urlauber in ihren Hotelpools, Bars und übervölkerten Stränden. Weiterhin viel Freude in den kommenden Wochen und viele schöne Momente in Mitten von Fauna, Flora und besonderen Menschen!!!

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