Mal eben über die Europabrücke den Rhein überquert und schon bist du in Straßburg. Die charmante und lebendige Stadt liegt direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich und ist mit knapp 280.000 Einwohnern die Hauptstadt des Elsaß. Aus der Schulzeit kennen bestimmt viele diese Stadt, denn in Straßburg sind zahlreiche wichtige europäische Institutionen angesiedelt, zum Beispiel das Europaparlament, der Europarat und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Darum habe auch ich in der 8. Klasse die EU-Regierungsbehörden besucht, verbunden mit einem Spaziergang über den Straßburger Weihnachtsmarkt. Doch seitdem hat sich wohl einiges getan. Denn heute kommt mir die französische Stadt irgendwie viel schöner und bunter vor mit einem tollen, lebensfrohen Flair.

Straßburg lässt sich perfekt zu Fuß erkunden. Die Wege sind nicht so weit und die schmalen Gassen laden zum Bummeln und Erkunden ein. Durchzogen von der Ill und ein paar Nebenflüsschen bieten sich unterwegs immer wieder wunderschöne Ausblicke. Komm mit auf eine kleine Reise durch die elsässische Stadt und lerne ein paar besonders hübsche Orte kennen.


Inhaltsverzeichnis


Grande Île

Die Altstadt von Straßburg liegt auf einer 1,25 km langen und 750 m breiten Insel mitten im Zentrum und wird von der Ill eingerahmt. Im Jahr 1988 wurde die Grande Île wegen der einzigartigen, mittelalterlichen Architektur und der vielen denkmalgeschützten Gebäude von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Besonders beeindruckend ist das Straßburger Münster im gotischen Stil, das die gesamte Altstadt überragt. Diese römisch-katholische Kathedrale ist wirklich wahnsinnig imposant, wenn man direkt davor steht. Dazu später mehr!

Neben den unzähligen wunderschönen Fachwerkhäusern gibt es auf der Grande Île viele idyllische Fußgängerzonen mit Feinkostläden und traditionellen Weinstuben, mit hübschen Cafés und Restaurants und mit weitläufigen Plätze und vielen Sitzgelegenheiten, um das bunte Treiben zu beobachten.


La Petite France

Dieses romantische Viertel ist in mehrere längliche Inseln unterteilt, allesamt umarmt von der aufgefächerten Ill. Hübsche Straßencafés direkt am Flussufer, bunte Hausfassaden und wunderschön bepflanzte Blumenkästen – vor allem im Sommer ist dieser Stadtteil absolut einmalig! Am schönsten finde ich die unzähligen Brücken in diesem Viertel, die mit bunten Blumen und verschnörkelten Geländern verziert sind.

Petite France war früher ein Gerberviertel, in welchem Felle verarbeitet wurden. Dabei entstand ein übler Geruch, sodass die Gegend eher gemieden wurde. Auch Müller und Fischer lebten und arbeiteten hier. Kaum zu glauben, dass sich aus dem unbeliebten Viertel so ein populärer Blickfang entwickelt hat. Schau unbedingt mal dort vorbei und lass dich von der tollen Atmosphäre verzaubern. Die Brücke Pont Saint-Martin ist übrigens ein richtig schönes Fotomotiv.


Place Kléber

Der Kléberplatz liegt sehr zentral auf der Grande Île und ist der größte Platz der Stadt. Benannt ist dieser nach dem französischen General Jean-Baptiste Kléber. Auf dem Place Kléber fahren keine Autos, stattdessen trifft man hier viele Menschen, die einkaufen gehen oder den Nachmittag in einem der Cafés verbringen. An der Nordseite des Platzes befindet sich das Einkaufszentrum L’Aubette und an der Westseite das Kaufhaus FNAC Strasbourg. Neben vielen Bäumen und Pflanzenbeeten, einem schönen Brunnen und der Kléber-Statue gibt es außerdem auch öffentliche Toiletten und ab und zu Verkaufsstände mit Leckereien. Im Winter wird hier übrigens seit 1570 der „Christkindelsmärik“ mit über 300 Marktständen aufgebaut.

Traurige Berühmtheit erlangte eben dieser Weihnachtsmarkt durch den Anschlag am 11. Dezember 2018, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.


Palais Rohan und die Saint-Madeleine-Brücke

Der Rohan-Palast ist ein sehr repräsentatives Gebäude für Straßburg. Erbaut von 1731 bis 1742, symbolisiert das majästatische Barockbauwerk mit einem großzügigen Innenhof ein Meisterwerk der Architektur. Vier Kardinäle und Fürstbischöfe der Familie Rohan nutzten den Palast als Stadtresidenz. Heute befinden sich hier drei der bedeutendsten Straßburger Museen: das Museum für schöne Künste, das Archäologische Museum und das Kunstgewerbemuseum.

Ein kleines Highlight beim Umrunden des Palasts war für uns die wunderschöne Saint-Madeleine-Brücke. Der Blick zum Ill-Ufer ist absolut lohnenswert. Dazu ist die Brücke total liebevoll und paradiesisch bepflanzt. Wirklich traumhaft!

Info: Die Öffnungszeiten sind täglich (außer dienstags) von 10 bis 18 Uhr. Nutze am besten den Tagespass für alle Straßburger Museen für 12 Euro. Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.


Barrage Vauban

Ende des 17. Jahrhunderts wurde im Westen der Grande Île ein Wall zur besseren Verteidigung der Stadt errichtet. Heute kommen die Besucher aber aus einem ganz anderen Grund. Wenn du die Treppe ganz nach oben nimmst, dann erreichst du eine richtig tolle Aussichtsterrasse. Mein Highlight unserer Straßburg-Reise! Du kannst nicht nur ganz Petite France überblicken, sondern du siehst auch das imposante Straßburger Münster von hier oben. Nimm dir ein bisschen Zeit, setze dich auf die Dachkante des Barrage Vauban und genieße einfach mal den Moment. Die Sonnenstrahlen wärmen dich, der frische Wind weht dir um die Nase und die Aussicht ist total fantastisch. Besser geht’s nicht!

Ach übrigens, diesen Blick über Straßburg gibt es ganz und gar kostenlos. Gut, oder?


Straßburger Münster

Die Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg ist das bedeutungsvollste Wahrzeichen der Stadt und der gesamten Elsaß-Region. Auch europaweit ist sie eine der maßgebendsten Kathedralen. Das Straßburger Münster ist sogar weltweit eines der größten Bauwerke aus Sandstein. Also eine richtige Berühmtheit! Der Bau des Münsters dauerte fast drei Jahrhunderte von 1176 bis 1439. Eine Besonderheit im Baustil ist die unsymmetrische Form. Es gibt einen 142 Meter hohen Nordturm, der Südturm wurde jedoch nie errichtet. Die Bleiglasfenster stammen teilweise noch aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert. Außerdem befindet sich im Inneren des Münsters die berühmte astronomische Uhr mit weltweit einmaligen Funktionen.

Es gibt noch eine weitere Besonderheit des Straßburger Münsters. Du kannst dich auf die Suche nach dem rätselhaften grünen Strahl begeben. Allerdings wirst du ihn nur an den jeweils ersten 7 Tagen nach Frühlings- und Herbstanfang finden, und auch nur an ganz bestimmten 15 Minuten pro Tag. Hier noch ein kleiner Tipp: Am Frühlingsanfang kannst du dich ab 11:38 Uhr auf die Suche machen und am Herbstanfang ab 12:24 Uhr. Ach, und noch was: Nur bei Sonnenschein! Schreib mir doch gerne in den Kommentaren, falls du den grünen Strahl gefunden hast. Vielleicht findest du ja auch heraus, wie der mysteriöse Strahl entsteht. Das kleine Geheimnis behalte ich solange für mich 😉

Info: Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Samstag von 9:30 Uhr bis 11:15 Uhr und von 14:00 Uhr bis 17:45 Uhr und Sonntag von 13:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Wenn du die 330 Stufen bis zur Plattform in 66 Metern Höhe erklimmen möchtest, ist das im Sommer von 9:30 Uhr bis 20:00 Uhr möglich und im Winter von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Der Aufstieg kostet 5 Euro, am ersten Sonntag des Monats kostet es nichts.


Rheinpalast

Wenn du im Nordosten über die Pont du Théatre die Ill überquerst, erreichst du einen kreisförmig angeordneten Park, den Jardin de la Place de la République. Um den Park herum liegen ein paar schöne, historische Gebäude, unter anderem die National- und Universitätsbibliothek, das Nationaltheater, zwei Verwaltungsbehörden und der Rheinpalast. Der imposante Rheinpalast wurde von 1884 bis 1889 im Stil der Neo-Renaissance als Palast für den Kaiser des Deutschen Reichs errichtet. Heute befinden sich hier die Bundesbehörde für kulturelle Angelegenheiten und die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt.

Der Park ist richtig schön und eignet sich super für die kleine Pause zwischendurch. Es gibt viele Bänke und große, schattenspendende Bäume. Der Platz vor dem Rheinpalast ist total schön bepflanzt und vor allem der Blick auf die monumentalen Bauten ringsherum lohnt sich sehr. Kauf dir doch unterwegs ein paar Macarons oder ein Stück Elsässer Flammkuchen und verbringe hier ein Sightseeing-Päuschen.


Paulskirche

Während wir so durch die Stadt spazierten, haben wir ein Gebäude entdeckt, das ich gar nicht auf meiner Liste hatte. Und wir waren echt positiv überrascht, denn die Paulskirche ist richtig beeindruckend. Später habe ich gehört, dass der protestantische Sakralbau eines der Top-Fotomotive von Straßburg ist! Wäre wirklich schade gewesen, wenn wir das verpasst hätten. Die Kirche liegt nämlich mitten in der breitesten Flussstelle der Ill und wirkt dadurch so richtig eindrucksvoll. Von der Pont Royal hast du eine wunderschöne Sicht auf die Paulskirche.

Das neugotische Gotteshaus hat an der Frontseite zwei 76 Meter hohe Türme und wurde von 1892 bis 1897 erbaut. Anfang der 2000er wurden die Türme renoviert, sodass sie mittlerweile wieder ohne Baugerüst bestaunt werden können. Vom Münsterplatz aus erreichst du die Paulskirche zu Fuß in nur 10 Minuten.


Place Gutenberg

Auf dem Weg zum Straßburger Münster kamen wir in der Altstadt auch am Gutenbergplatz vorbei. Zu Ehren von Johannes Gutenberg, der von 1434 bis 1444 in Straßburg lebte, wurde hier eine Statue errichtet. Gutenberg hat um 1450 den Buchdruck mit beweglichen Metallbuchstaben erfunden.

Rings um den Gutenberg-Platz befinden sich ein paar kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. Und mitten auf dem Platz steht ein richtig nostalgisches Karussell, das Carrousel 1900.


Museum für moderne und zeitgenössische Kunst

Ein richtig fantastisches Gebäude, selbst wenn man nur die Fassade betrachtet, befindet sich südwestlich der Grande Île. Von außen sieht das Museum nämlich aus wie ein überdimensionales Streetart-Kunstwerk. Einfach klasse!

Die große Kunstsammlung wurde 1998 eröffnet und beherbergt Skulpturen, Grafiken, Fotos, Kunstgegenstände, Bilder und vieles mehr von 1870 bis heute, vor allem aus dem westeuropäischen Raum. Die Besucher erhalten einen tollen Überblick über die verschiedenen Kunstrichtungen, wie zum Beispiel Jugendstil, Surrealismus, Expressionismus, Abstrakte Kunst oder Impressionismus. Auf einer Fläche von insgesamt 5.000 Quadratmetern gibt es unterschiedliche Ausstellungsräume, eine Bibliothek, ein Auditorium, ein Restaurant und eine Buchhandlung.

Info: Geöffnet hat das Museum dienstags bis sonntags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro. Du kannst die Ausstellungen völlig individuell anschauen oder an einer Führung teilnehmen.


Warst du auch schon mal in Straßburg und hast weitere Tipps und Anregungen für einen Städtetrip in die Hauptstadt des Elsaß? Dann nutze gerne die Kommentar-Funktion.


Offenlegung: Wir haben diese Reise selbst bezahlt.


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Ein Kommentar

  1. Und wieder hab ich bei deinem neuesten Bericht eine kleine Reise gemacht, so kommt es mir jedenfalls immer vor, und gleichzeitig packt mich das Fernweh

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