Der letzte Teil unserer Reise führt uns in eine der berühmtesten Regionen Islands mit der wahrscheinlich größten Dichte an Sehenswürdigkeiten. Hier hätte es so viele Spots und Attraktionen gegeben, dass wir gut doppelt so lange hätten bleiben könnten. Die letzten vier Nächte verbringen wir in der Nähe von Höfn, von wo aus wir viele Ausflüge unternehmen. Leider ist das Wetter jetzt nicht mehr hundertprozentig auf unserer Seite, sodass wir einen komplett verregneten Tag in unserer Unterkunft verbringen. Ein bisschen Erholung tut auch mal gut, nachdem wir nun 10 Tage nonstop auf Achse waren.

Südisland ist geprägt von riesigen Lavafeldern, die in den Sommermonaten mit leuchtend grünem Moos bewachsen sind. Von der Ringstraße 1 hat man aber auch über viele Kilometer einen tollen Blick auf die Gletscherzungen, die sich vom Hochland hinabschlängeln. Selbstverständlich gibt es hier im Süden auch einige der bekanntesten Wasserfälle Islands. Besonders malerisch sind außerdem die tiefschwarzen Strände, die durch den heftigen Atlantikwind ab und zu ganz schön durcheinander gewirbelt werden. Während unserer Fahrt im Süden Islands erlebten wir ein beeindruckendes Naturspektakel. Zuerst strahlte die Sonne, doch hinter der Gebirgskette sammelten sich dicke Regenwolken, die sich langsam über die Berge schoben. Auf den ersten Blick wirkte es wie eine Schlammlawine, was uns ganz schön erschrecken ließ. (Der schicke Landrover im Bild war leider nicht unser Mietwagen.)

Übrigens erlangte der Süden Islands erst vor kurzem Berühmtheit durch den Vulkan Eyjafjallajökull, der im Jahr 2010 durch seinen Ausbruch für mehrere Tage große Teile des Flugverkehrs Europas lahmlegte.


Übersicht

  1. Die Gletscherlagune Jökulsárlón
  2. Diamond Beach
  3. Hofskirkja
  4. Vík í Mýrdal
  5. Das Flugzeugwrack von Sólheimasandur
  6. Skógafoss
  7. Seljalandsfoss
  8. Fazit

1. Die Gletscherlagune Jökulsárlón

Der See Jökulsárlón liegt am südlichen Rand des größten Gletschers Europas, des Vatnajökull. Du erreichst ihn direkt über die Ringstraße 1. Dort befindet sich auch ein großer Besucherparklatz mit zahlreichen Touranbietern für Gletscherwanderungen oder Bootsfahrten.

Der Jökulsárlón hat eine Fläche von 18 km² und eine Tiefe von bis zu 284 m. Damit ist er der tiefste See Islands. Das besondere an diesem See sind die Eisberge, die auf ihm treiben. Große, bis zu 15 m hohe, Stücke brechen vom Gletscher ab und werden über den See in den Atlantik gespült. Manchmal ist die Strömung auch andersrum, sodass Meereswasser in den See fließt. Aus diesem Grund friert der Jökulsárlón auch im Winter selten zu. Die Eisberge haben eine tolle türkisblaue Farbe durch die Lichtbrechung unterschiedlicher Kristalle, die im Eis eingeschlossen sind. Die schwarze Farbe im Eis ist Vulkanasche.

Die Gletscherlagune war schon öfter Drehort bekannter Filme, wie zum Beispiel James Bond, Tomb Raider oder Batman Begins.


2. Diamond Beach

An der Stelle, wo der Jökulsárlón ins Meer fließt, verläuft über einige Kilometer ein wunderschöner schwarzer Sandstrand. Vor allem in den kühleren Monaten werden oftmals größere und kleinere Eisbrocken am Strand angespühlt. Da diese im Licht glitzern wie Diamanten, kam der malerische Strandabschnitt zu dem Namen Diamond Beach. Dieser Ort ist absolut einmalig! Der märchenhafte, schwarze Sand in Verbindung mit den faszinierenden Eiskristallen, das gibt es auf diesem Planeten bestimmt nicht nochmal.

Ein weiteres Highlight an diesem Strand waren die tierischen Bewohner, die wir auf der linken Strandseite entdeckten. Bestimmt 20 niedliche, dicke Robben lagen auf einer Sandbank aus schwarzem Sand kurz vor dem Diamond Beach und machten ein Mittagsschläfchen.


3. Hofskirkja

Diese einmalige Kirche befindet sich an der Ringstraße 1 in der Region Öraefi im Süden Islands. Die Hofskirkja hat 130 Jahre des rauen isländischen Wetters unbeschadet überstanden. Gegen Ende das 18. Jahrhunderts entstanden in Island immer mehr Häuser, die mit Rasen bewachsen sind. Da nicht genügend Baumaterialien wie Holz und Stein vorhanden waren, nutzten die Isländer Torf und Erde, um ihre Häuser zu bauen. Das bot außerdem einen hervorragenden Schutz vor Wind und Wetter. Diese Hausart wird übrigens Grassodenhaus genannt. Eine Grassode ist sozusagen ein Ziegel aus Rasen. Dafür wird ein Quader aus Erde und Gras aus dem Boden ausgestochen.

Die Hofskirkja ist immer noch ein aktives Gotteshaus, das vom Nationalmuseum Islands unterhalten wird. Die wunderhübsche Kirche ist eine von sechs in ganz Island, die den Titel “historisches Denkmal” tragen.

Während der Fahrt durch Island sieht man ab und zu schöne, bewachsene Häuschen. Es gibt auch Freilichtmuseen mit ganzen grasbedeckten Dörfern. Diese Kirche hat uns allerdings so gut gefallen, dass wir dort einen kurzen Stopp eingelegt haben. Geöffnet war die Hofskirkja an diesem Tag leider nicht, sodass wir sie nur von außen bewundern konnten. Im Garten der Kirche ist außerdem noch ein kleiner Friedhof mit weißen Holzkreuzen.


4. Vík í Mýrdal

Der südlichste Ort auf Islands Festland liegt an der Straße 1 etwa auf halber Strecke zwischen Reykjavík im Westen und Höfn im Südosten. In der direkten Umgebung von Vík í Mýrdal gibt es einige sehenswerte Spots.

  • Reynisfjara Beach: Der schwarze Sandstrand ist sehr berühmt. Auch hier wurden schon viele Filme und Serien gedreht. An diesem Strand kannst du die Kraft des Ozeans hautnah spüren. Achtung, die Wellen können extrem hoch sein. Die Farbe des Sandes ist schwarz, da es sich um zermahlenes Vulkangestein handelt. Ein Teil des Strandes ist leider seit einem Felsabgang im August 2019 gesperrt. Bitte achte auf die Absperrung, sonst kann es sehr gefährlich sein.
  • Reynisdrangar: Vor dem Reynisfjara Beach steht eine Kette hoher Basaltfelsen im Meer – Langsamur, Landdrangur und Skessudrangur. Während der letzten Eiszeit wurden die Felsen durch enorme Wetterbedingungen vom Festland abgeschliffen. Heute sehen sie so aus, als wären sie aus dem Atlantik herausgewachsen.
  • Dyrhólaey: Diese Halbinsel erreicht eine erstaunliche Höhe von bis zu 115 m. Sie liegt 6 km westlich von Vík í Mýrdal. Von hier aus hat man eine tolle Sicht auf den viertgrößten Gletscher Islands, den Mýrdalsjökull. An der Spitze der Halbinsel befindet sich ein malerisches Felsentor.
  • Reyniskirkja: Die hübsche kleine Kirche mit rotem Dach und einem Türmchen überragt Vík í Mýrdal von einem Hügel aus.

Wir waren in Vík í Mýrdal auf der Durchreise in einem Shopping-Center mit Supermarkt und riesigem Souvenirgeschäft. Anschließend haben wir einen wahnsinnig leckeren Burger im Strondin Bistro and Bar gegessen.


5. Das Flugzeugwrack von Sólheimasandur

Tatsächlich gibt es in Island auch eine Sehenswürdigkeit, die nicht von der Natur geschaffen wurde, nämlich ein weltberühmtes Flugzeugwrack. An der Ringstraße 1 befindet sich der Besucherparkplatz. Von hier aus sind wir die knapp 4 km durch die schwarze Wüste bis zur Absturzstelle gelaufen. Für Faulpelze gäbe es auch einen Shuttlebus. Tatsächlich zieht sich die Strecke ganz schön und im Anschluss muss man ja denselben Weg auch wieder zurück. Bitte achte vor allem im Winter unbedingt auf die Wetterbedingungen. Bei Schneesturm hatte die Wanderung Anfang des Jahres 2020 ein sehr schlimmes Ende für zwei Touristinnen.

Das Flugzeug der US Navy ist im Jahr 1973 in Höfn gestartet und musste bei eisiger Kälte, Sturm und Nebel am schwarzen Strand von Sólheimasandur notlanden. Die Passagiere überlebten den Absturz glücklicherweise. Das Wrack wurde an diesem Ort zurückgelassen und entwickelte sich seither nach und nach zu einer Touristenattraktion.

An dieser Stelle möchte ich noch ganz deutlich darauf hinweisen, dass das Klettern auf das Flugzeugwrack verboten ist. Auch hierbei sind schon schlimme Unfälle passiert. Sollten sich die Unfälle häufen, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass man bald nicht mehr so nah an das Wrack gehen kann oder dass das Flugzeug sogar komplett entfernt wird. Hier zeige ich dir noch die Infotafel, die man sich vorher unbedingt durchlesen sollte:


6. Skógafoss

Wir fahren knapp 10 Minuten weiter die Straße 1 entlang, bis wir rechts eine Abbiegung zum Skógafoss-Parkplatz erreichen. Der Wasserfall ist unglaublich eindrucksvoll durch seine enorme Wassermenge, die stolze 60 Meter in die Tiefe stürzt. Der Fluss Skógá, der hier eine steile Felsklippe überwindet, entspringt im Hochland Islands. Er fließt durch etwa 20 weitere Wasserfälle und mündet dann kurz nach dem Skógafoss im Atlantik.

Einer isländischen Sage zufolge versteckte einer der ersten Bewohner Islands eine Kiste voller Gold hinter dem Skógafoss. Wenn das tatsächlich so war, wurde die Kiste schon längst von einem der unzähligen Touristen gefunden.


7. Seljalandsfoss

Weitere 25 Autominuten später erreichen wir auf der rechten Seite die Straße 249. Kurz danach stellen wir den Mietwagen auf dem Besucherparkplatz des Seljalandsfoss ab. Der Wasserfall ist 66 Meter hoch und an 15. Stelle der höchsten Wasserfälle Islands.

Bei strahlendem Sonnenschein leuchten die grünen Wiesen wunderschön. Allgemein lädt die Gegend zu tollen Wanderungen durch die paradiesische Natur ein. Das besondere am Seljalandsfoss ist, dass man in eine Höhle hinter dem Wasserfall gehen und durch den Wasservorhang nach draußen schauen kann. Besonders bei Sonnenuntergang soll das ein wundervolles Erlebnis sein. Wir waren jedoch zur Mittagszeit da und konnten nur einen kurzen Halt einlegen. Der Seljalandsfoss ist unsere letzte Sehenswürdigkeit in Island bevor wir wieder nach Hause fliegen. Mittags waren leider viel zu viele Touristen da, sodass wir den Besuch der Höhle auslassen mussten. Das machen wir dann das nächste Mal!


8. Fazit

Im Süden Islands haben wir sehr deutlich bemerkt, wie kurz vier Tage tatsächlich sind. Es hätte so viele schöne Orte gegeben, die wir aus zeitlichen Gründen nicht mehr anschauen konnten. Beim nächsten Island-Besuch möchten wir unbedingt eine Gletscher-Wanderung machen, den Reynisfjara Beach anschauen, einen Ausflug auf die Vestmannaeyjar Inseln machen, die Fjadrárgljúfur-Schlucht besuchen, den beeindruckenden Svartifoss erkunden, und vieles mehr.

Der schönste Ort im Süden Islands ist für mich der Gletscher Vatnajökull mit Gletscherlagune und Diamond Beach. Die Konstellation von drei so unglaublichen Naturwundern ist absolut einmalig! Ein riesiger Gletscher, dessen blaue Eisberge von einem See an einen schwarzen Sandstrand gespühlt werden – das gibt es sonst nirgendwo auf der Erde! Dazu noch niedliche Robben, die ihren Bauch in die Sonne strecken, und der Moment ist einfach nur perekt.

Besonders gut gefallen hat mir außerdem das Flugzeugwrack, das völlig einsam in den Weiten der schwarzen Sandwüste liegt. Selten hatte ich so ein besonderes Fotomotiv. Die insgesamt 8 km lange Wanderung hat sich definitiv gelohnt. Da der Shuttlebus immer ganze Menschengruppen abholte, waren wir zwischendurch auch ganz alleine am Flugzeugwrack. Wie ich schon oben erwähnt habe, ist es besonders wichtig, sich an die Sicherheitshinweise zu halten. Rund um diesen mystischen Ort gibt es bereits einige traurige Ereignisse, die sich nicht mehr wiederholen sollten.

Das waren nun die fünf Teile unserer Island-Rundreise. Kurz und knapp zum Schluss: Island ist einfach nur traumhaft, einzigartig und phänomenal! Wir kommen auf jeden Fall wieder! Erlebe es selbst!


Offenlegung: Wir bezahlten diese Reise komplett selbst.


Noch mehr über unsere Island-Rundreise:

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