REISEBUCH DES MONATS …

… Oktober 2022

Wildlife Tour Guide
Reiseführer Namibia (Juni bis Oktober)
Die schönsten Wildlife-Regionen für Selbstfahrer mit Mietwagen, Geheimtipps zur Tierbeobachtung und Routenvorschläge für deinen Roadtrip
von Laura und Tobias Ullrich

Genre: Reiseführer
Erscheinung: Oktober 2021

Seitenzahl: 120
Sprache: Deutsch

Verlag: Independently published
ISBN: 979-8547251801



Wildlife Tour Guide
Reiseführer Kanada Westen
Die schönsten Wildlife-Regionen für Selbstfahrer, Geheimtipps zur Tierbeobachtung und Routenvorschläge für deinen Roadtrip zwischen Mai und Oktober
von Laura und Tobias Ullrich

Genre: Reiseführer
Erscheinung: Mai 2022

Seitenzahl: 120
Sprache: Deutsch

Verlag: Independently published
ISBN: 979-8805966072




Der Namibia Guide

Was wäre meine Namibia-Reise ohne den Wildlife Tour Guide von Laura und Tobi gewesen? Ganz bestimmt ein bisschen weniger schön – denn ohne die vielen Tipps und Infos hätte ich viele tolle Orte gar nicht erst entdeckt. Ganz abgesehen von all dem Wildlife-Wissen, dass ich wirklich JEDEN Abend mit meinen Erlebnissen des Tages verknüpft habe. Die Fotos, die ich von den Tieren gemacht habe, konnte ich ganz wunderbar mit den Tierbildern im Wildlife Guide vergleichen und so bestimmen, welche Tiere ich an diesem Tag gesehen habe.

Auch in der Phase der Reisevorbereitung habe ich den Wildlife Tour Guide genutzt, denn alles beginnt mit der geeigneten Reiseroute für die geplante Reisedauer. Hierbei habe ich mich am Routen-Vorschlag im Reiseführer orientiert und ein paar Zwischenstops abgeändert. Zu allen Wildlife-Regionen gibt es Ideen für mögliche Aktivitäten, Erlebnisse und Ausflüge, die du hier unternehmen kannst. Auch daran habe ich mich immer wieder orientiert. Außerdem konnte ich mich unterwegs immer wieder perferkt auf das nächste Reiseziel einstimmen und mich in die Reise-Informationen einlesen.

Ein ganz besonderes Highlight ist übrigens das Wildlife Viewing Board ganz hintem im Buch. Hier kannst du eine ganz persönliche Liste mit deinen Tiersichtungen anfertigen. Außerdem gibt es zu jeder Region Geheimtipps, um noch mehr Tieren zu begegnen – auch hier hast du die Möglichkeit, das jeweilige Tier anzukreuzen, das du unterwegs gesehen hast.

Der perfekte Reiseführer mit nützlichen Wildlife-Tipps, mit ideal eingeteiltem Reise-Ablaufplan und einer übersichtlichen Map – einfach perfekt zum Nachreisen.


Der Kanada Guide

Im Kanada Wildlife Guide dreht sich alles um den Westen des nordamerikanischen Landes und wie du dort eine unvergessliche Reise verbringen kannst. Der Reiseführer ist in 7 Bereiche unterteilt, die sich mit verschiedenen Reisethemen befassen.

Zunächst erhältst du einen Überblick bezüglich Geografie, Natur, Wildlife, Sehenswürdigkeiten und Landschaft zu deinem Reiseziel. Im zweiten Abschnitt bekommst du einen Eindruck, was dich in Westkanada zu welcher Jahreszeit erwartet. Grundsätzlich umfasst der Reiseführer die Monate Mai bis Oktober, welche aber jeweils sehr verschiedene Erlebnisse bereit halten. Der dritte Teil des Wildlife Tour Guides ist der umfangreichste, denn hier wirst du ausführlich über sechs verschiedene Wildlife-Regionen informiert, die sich von Vancouver Island bis hin zu den Rocky Mountains erstrecken. Für jede einzelne Region erhältst du außerdem Tierbeobachtungstipps und tolle Ideen für Ausflüge und Aktivitäten – jeweils unterteilt in die verschiedenen Reise-Monate. Passend dazu enthält jede Region auch eine anschauliche Übersichtskarte und ganz viele Wildlife-Informationen.

Ein besonderes Highlight findest du im vierten Abschnitt, und zwar ein Wildlife-Quiz. Anschließend geht es weiter mit Tipps zur Planung deiner Reiseroute und drei Routenvorschlägen, angepasst an die Jahreszeit. Im sechsten Abschnitt werden häufig gestelle Fragen beantwortet, zum Beispiel zum Verhalten in der Wildnis oder zur Reisedauer. Zum Schluss folgt auch im Kanada-Reiseführer mein heißgeliebtes Viewing Board mit Tierfotografien zum Ankreuzen für die perfekte Wildlife-Bestimmung und mit Platz für deine persönliche Tiersichtungsliste.


Onlinebereich

Für viele weitere und vor allem top aktuelle Informationen erhältst du mit dem Kauf eines Reiseführers den Zugang zu Wildlife Tour Guide +. Diesen gibt es sowohl für die Kanada- als auch für die Namibia-Ausgabe. Ein riesiger Vorteil dieser Online Version ist für mich die Möglichkeit, alle Tipps und Infos blitzschnell auf dem Handy durchscrollen zu können. Denn manchmal ist der Reiseführer im Koffer, Rucksack oder einfach hinten im Auto verstaut und man muss trotzdem sofort wissen, wo sich das nächste Ausflugsziel befindet. Und genau dann kannst du deinen kostenlosen Online Zugang nutzen. Es gibt sogar verlinkte Google Maps Karten im Wildlife Tour Guide +, die du dann direkt auf dem Handy ins Navi einspielen kannst.

Ansonsten findest du auch viele interessante Beiträge zu den Verhaltensregeln bei Tierbegegnungen oder zu den Reisekosten und vieles mehr. Außerdem sind auch Trail Maps und Broschüren zu den Nationalparks zum Download verfügbar. Du siehst, spätestens jetzt bekommst du das Rundum-Sorglos-Paket für deine Reise, was ich so bisher noch nirgends gefunden habe.


Klappentext

»Zeit für dein Wildlife-Abenteuer
Was kann bloß schöner sein, als ein Abenteuer furch das unglaublich schöne Kanada? Das Land steht für endlose Weite und unberührte Natur, durch die auch heute noch Bären, Elche und Wölfe streifen.
In diesem Reiseführer zeigen wir dir die besten Wildlife-Regionen, in denen du Bären, Orcas, Buckelwale, Elche, Weißkopfseeadler und mit etwas Glück auch die seltenen Küstenwölfe entdecken kannst.

Das erwartet dich:
🐾 Top-Sehenswürdigkeiten in Westkanada, u.a. Lake Louise, Icefields Parkway, Vancouver Island und Banff.
🐾 Zusätzlich bekommst du mit diesem Reiseführer ausgewählte Geheimtipps zur Tierbeobachtung zwischen Mai und Oktober.
🐾 Bewährte Routen mit hoher Tierdichte für den Frühling, Sommer und Herbst. Ausgelegt für Selbstfahrer und Camper.

🐾 Wildlife-Stories lassen z.B. eine klassische Whale Watching Tour zu einem herzergreifenden Besuch von „Springer“ und ihrer Orca-Familie werden.
🐾 Ein Reiseführer, der immer aktuell ist. Denn du erhältst Zugriff zu Wildlife Tour Guide +, einem Onlinebereich mit aktuellen Informationen, Routen, Unterkünften, Parkkarten und vielem mehr.«


Das große Interview mit Laura und Tobi

Nachdem ich mir ein eigenes Bild von den Wildlife Tour Guides machen konnte und sogar einen davon auf meiner 4-wöchigen Reise – sozusagen unter waschechten Bedingungen – testen konnte, bin ich noch neugieriger über die Hintergründe und Entstehung der Reiseführer geworden. Zu meiner großen Freude haben sich Laura und Tobi bereit erklärt, all meine Fragen zu beantworten. Und ich habe total spannende, persönliche, tiefgründige, interessante, lebendige und nie veröffentliche Antworten und Eindrücke erhalten. Sogar einige Fotos aus den ganz frühen Anfängen der Reiseführer-Produktion sind dabei! Es macht mich richtig stolz, dass ich das alles jetzt mit euch teilen darf. Viel Spaß beim Schmökern!

© Alle Fotos innerhalb des Interview-Textes wurden mir von Laura und Tobi zur Verfügung gestellt.

1. Ich kann eure Leidenschaft für Wildlife-Momente total nachvollziehen! Nichts fasziniert mich auf Reisen so sehr, wie die dort lebenden Tiere. Könnt ihr euch an eure erste Wildlife-Sichtung erinnern, die euch Gänsehaut bereitete?

Absolut. Und die ist noch gar nicht so lange her. Auf unserer letzten Reise durch Botswana sind wir durch den Moremi und Chobe gefahren – auf eigene Faust. Als wir uns am Gate abgemeldet haben, waren wir kurzerhand in der absoluten Wildnis am Rande des Okavango Deltas. Nur wir, das Auto und die Vorräte, die wir dabei hatten. Das war ein komisches Gefühl.

Unsere erste Übernachtung war dann in Third Bridge – das liegt im Moremi Game Reserve und direkt am Okavango Delta. Wir stellten unser Auto ab und bauten unser Dachzelt für die Nacht auf. Das war sehr aufregend, weil es absolut still und dunkel war. Das war toll, weil man plötzlich die Stimmen von so viele unterschiedlichen Tieren wahrgenommen hat. Wir lagen Ewigkeiten nur so im Zelt und hörten den Geräuschen der Tiere zu – bis es auf einmal neben uns laut geknackt hat. 

Das war ein Elefant, der genüsslich an einem Busch genascht hat. Wir konnten kaum etwas erkennen und haben eher zugehört. Und plötzlich stand er direkt vor uns. Also direkt. Wir haben ihn atmen hören und konnten ihn sogar riechen. Das war so unglaublich. Dann ging er einen Meter neben unserem Zelt entlang und verschwand in der Dunkelheit. 

Dieser Moment dauerte eine gefühlte Ewigkeit und am Ende fiel uns ein, dass wir die ganze Zeit die Luft angehalten haben. Das war einfach so aufregend, dass wir vergessen haben, zu atmen. Diesen Moment werden wir wohl nie wieder vergessen!

2. Solche Begegnungen sind natürlich nur möglich, wenn man auf der ganzen Welt unterwegs ist. Was bedeutet das Reisen für euch?

Weißt du, wir leben zwar in der Stadt, weil es uns kurze Fahrtwege zur Arbeit ermöglicht, aber eigentlich könnten wir auch gut und gerne in der Natur leben. Da spürt man das Leben viel mehr und kann sich auf die eigenen Sinne verlassen – die wir übrigens alle immer noch in uns drin haben. Das spüren wir auf unseren Reisen. Alles fühlt sich lebendiger an und Probleme sind echte Probleme. Auf unseren Reisen ist eine schlechte Vorbereitung lebensbedrohlich, wenn man auf ein Wildtier nicht richtig reagiert. Zuhause kämpfen wir gefühlt täglich ums Überleben, wobei sich das auf irgendwelche selbstgemachten Deadlines und Erwartungen bezieht. Schon verrückt, wenn man darüber nachdenkt.

Durch Covid und den aktuellen Krieg in der Ukraine haben wir alle ein stückweit wieder mehr gespürt, dass vieles nicht selbstverständlich ist. Dieses Gefühl kennen wir von unseren Reisen. In Botswana haben wir einen älteren Mann getroffen, der uns am Straßenrand Holz verkauft hat. Du musst dir vorstellen, dass wir in einer absolut staubigen Umgebung standen und dort auf einen Mann getroffen sind, der im Anzug und Hemd sein Holz verkauft hat. Er war schon ziemlich alt und dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, das Holz in unseren Kofferaum zu laden. Der Mann war wirklich glücklich und stolz auf das, was er geschaffen hat. Solche Momente sind schön und zeigen uns immer wieder, dass wir dankbar sein sollten für das, was wir haben.

3. Was sind eure fünf liebsten Reiseziele und könntet ihr diese in einem Top-5-Ranking einordnen?

Das ist eine gute Frage, die wir dir gar nicht beantworten können. Wir haben zwar schon einge Orte auf der Welt sehen können, aber irgendwie haben wir unser Herz an das südliche Afrika und die nordamerikanische Natur verloren. Da sind noch echte Wildnisgebiete und die ziehen uns magisch an. 

Irgendwie hatten wir nie das Ziel, eine Weltkarte aufzurubbeln. Wir waren in Australien, Asien, Amerika, Afrika und Europa – und am wohlsten fühlen wir uns aktuell einfach im südlichen Afrika und Nordamerika. Vielleicht ändert sich das mal, aber im Moment gibt es für uns da noch so viele tolle Ecken zu entdecken!

4. Was ist eure liebste Art zu Reisen? Seid ihr immer mit (Dach-)Zelt oder Camper unterwegs oder nutzt ihr manchmal auch Hotels oder andere Unterkünfte?

Witzigerweise kommen wir beide aus Familien, die unterschiedlicher nicht hätten reisen können. Laura war sehr häufig in Frankreich campen. Tobi hat immer Urlaub in Hotels gemacht und sich beim Campen alte Männer im Feinripp vorgestellt, die nicht der erste Anblick sein sollten, wenn er morgens aus dem Bett kommt. Das hat sich beruflich so durchgezogen. Da war er auch immer in Hotels, wenn ein Kundentermin mal länger als einen Tag dauerte.

Als wir damals zusammen gekommen und dann auch gezogen sind – das war 2010 – hatten wir beide kein Geld, wollten aber zusammen Urlaub machen. Also ging es für uns nach Italien auf einen Campingplatz. Das war der günstigste Urlaub, den wir je gemacht haben und trotzdem mit einer der schönsten. Denn wir fanden das gemeinsame Campen toll. Draußen in der Natur sein, Lagerfeuer und den Tag auf eigene Faust gestalten – ohne Essenszeiten im Hotel. Und was sollen wir sagen: Seitdem lieben wir das Campen!

Es hat so viele Vorteile: Wir können immer draußen und in der Natur sein, können uns selbst versorgen – was wir auch sehr lieben – und haben unsere “Unterkunft” immer dabei. So können wir das Zelt aufschlagen, wo es uns gefällt und das Land in unserem eigenen Tempo erkunden. Und das eigene Tempo ist wichtig für Tierbeobachtungen, weil man manchmal einfach Glück hat und manchmal etwas Geduld mitbringen muss.

Aber verstehe uns nicht falsch: Wir lieben zwar das Campen, aber das heißt nicht, dass wir in keine Unterkunft gehen würden. Das finden wir auch toll. Was wir nicht mögen, ist, wenn unser Tag mit Essenszeiten durchgetaktet ist oder alles vorgeplant ist. Das lässt sich mit der Tierbeobachtung oft nicht gut kombinieren. Daher achten wir immer darauf, dass wir uns selbst versorgen können und in einem kleinen, familiären Umfeld landen, um es einfach flexibler zu haben. Zu einer gemütlichen Cabin mit Meerblick oder einerm Tented Camp in Afrika würden wir absolut nicht nein sagen.

5. Total spannend finde ich immer die Entstehnung einer tollen Idee. Wie und wann kam euch der Gedanke, eure eigenen Wildlife-Reiseführer zu schreiben?

Das ganze fing eigentlich damit an, dass wir immer das Gefühl hatten, dass es keinen Reiseführer gab, der zu unserer Reiseart passte: Auf eigene Faust ein Land bereisen und dabei viele tolle Tier-Momente erleben. Tierbeobachtung war für uns nie so etwas, was ab und zu ganz nett ist, sondern mit der Kern unserer Reise. 

Die Reiseführer, die wir immer genutzt haben, waren voll mit Informationen, die für uns persönlich nicht so relevant waren. Irgendwie haben wir immer den halben Reiseführer überblättert. Und gleichzeitig haben wir uns immer wieder ertappt, dass wir viele Dinge auf Reisen nicht wussten oder zur falschen Zeit an einem Ort waren und daher kein Glück bei der Tierbeobachtung hatten. 

Wir dachten erst, dass das nur uns so geht, aber konnten dann auf TripAdvisor sehen, dass das gar nicht der Fall ist. Da stand dann für Kanada sowas wie “Ich hatte Pech, da waren leider keine Bären”. Anhand des Datums konnten wir aber feststellen, dass es nur die falsche Zeit für diesen Ort war. 

Auf einer Reise lagen wir dann im Dachzelt und plötzlich schoss uns eines Nachts der Gedanke in den Kopf, dass man viel mehr über die Natur und die Tiere wissen müsste, um ein Wildlife-Abenteuer so richtig erleben zu können. Wenn man mehr über das Verhalten der Tiere weiß, kann man sich einerseits respektvoller verhalten und andererseits die Chancen erhöhen, Tiere selbst aufzuspüren. Da kam uns die Idee zum Wildlife-Reiseführer.

6. Welchen Zeitraum umfasste euer Projekt ungefähr – von der ersten Idee bis zum fertigen Reiseführer?

Klassischerweise funktionieren solche Projekte so, dass man erst eine Idee hat, dann entwickelt man über Monate ein Konzept, dann schreibt man die Inhalte, sammelt Fotos zusammen und gestaltet das Ganze dann zu einem druckbaren Buch. Anschließend wird alles lektoriert und dann in einer hohen Auflage gedruckt und abverkauft. Dafür muss natürlich alles perfekt sein.

Wir gehen da anders ran. Wir wollten so schnell wie möglich wissen, ob es auch andere Menschen gibt, die sich für so einen Wildlife-Reiseführer interessieren. Und wenn ja, dann wollten wir verstehen, was ihnen wichtig ist, was sie in heutigen Reiseführern vermissen und sich wünschen. Bei neuartigen Produkten ist es aber so, dass es keinen Vergleich gibt. Deshalb haben wir sechs Monate von der Idee bis zum Druck gebraucht und unterwegs immer wieder mit Prototypen die Idee vertestet. Am 06.02.2020 kam dann das erste fertige Exemplar bei uns an!

Wobei “fertig” ist der Reiseführer bis heute nicht. Menschen haben eine Vorstellung von einem Reiseführer und das machen sie uns auch in Bewertungen deutlich. Auf der anderen Seite glauben wir, dass das Konzept “Reiseführer” überholungsbedürftig ist. Viele Dinge sind überflüssig oder funktionieren in unserer heutigen Welt einfach anders. Und dennoch orientieren wir Menschen uns gerne an Dingen, die uns bekannt sind. Deshalb machen wir den Wandel schrittweise. 

Heute gibt es unseren Kanada-Reiseführer bereits in der dritten Auflage und es gibt einen Online-Bereich, in dem man alles findet, was sonst schnell veralten würde. Das gab es so noch nicht. Außerdem lassen wir Tipps zu Restaurants oder Hotels weg, weil man dafür doch ehrlicherweise andere Online-Quellen nutzt. Außerdem schreiben wir nicht so förmlich. Wir sind Laura und Tobi und mit unseren Reiseführern möchten wir Menschen mit in unsere Welt des Reisens nehmen. Das ist uns wichtig und wir sind für unsere Kunden immer persönlich erreichbar.

7. Die Fotos in euren Wildlife Tour Guides sind der absolute Wahnsinn! Habt ihr alle Fotos selbst gemacht? Wenn ja, woher könnt ihr so außergewöhnlich gut fotografieren?

Das ist lieb von dir, vielen Dank! Uns ist schon wichtig, dass ein Reiseführer nicht nur ein Nachschlagewerk ist, sondern auch Spaß und Vorfreude auf die Reise macht.

Zuletzt kam unser Namibia-Reiseführer und wir sind happy, dass wir nahezu alle Stimmungen, Orte und Tiere mit eigenen Fotos abdecken konnten. Aber es kommt auch immer mal wieder vor, dass wir ein bestimmtes Tier gerne zeigen möchten, aber entweder kein für den Druck geeignetes Foto haben oder schlichtweg bisher kein Glück hatten, das Tier zu sehen. Es sind eben Tiere und wir würden nicht um jeden Preis ein Foto machen, nur um sagen zu können, dass das Bild von uns kommt. Da sind wir sehr froh, dass es so viele talentierte Menschen gibt, deren Fotos wir nutzen konnten, um eine bestimmte Stimmung oder ein fehlendes Tier doch zeigen zu können. Ganz hinten im Reiseführer kann man die Personen sehen, die uns unterstützt haben – an dieser Stelle ein großes Danke an alle!

Bei unserem Kanada-Reiseführer hatten wir zusätzlich noch eine weitere Herausforderung. Nach Kanada reisen wir schon seit 2006 – damals noch nicht zusamen. Wir haben viel gesehen, hatten aber damals noch keine gute Foto-Ausrüstung. Und die Bilder, die wir da gemacht haben, reichen für die Webseite aus – aber für den Druck ist die Auflösung leider zu gering. Und so außergewöhnlich gut, wie du es in deiner Frage formuliert hattest, haben wir damals auch noch nicht fotografiert. Das stört uns heute zwar, aber uns ist wichtiger, dass die Stimmung rüberkommt, die wir erlebt haben und weitergeben möchten.

8. Was sind die größten Unterschieden zwischen euren Wildlife Tour Guides und anderen Reiseführern?

Also bevor wir dir das beantworten, ist uns erst einmal wichtig zu sagen, dass es wirklich tolle Reiseführer auf dem Markt gibt, die alle die Top-Sehenswürdigkeiten eines Landes parat haben. Aber jeder Reiseführer ist mit einer Leidenschaft für eine bestimmte Reiseart geschrieben worden. Die einen lieben Museen, die anderen Low-Budget-Reisen und wieder andere stellen die Geschichte eines Landes in den Mittelpunkt ihrer Reise. Wir lieben Tierbeobachtungen auf unseren Reisen. Und diese Vielfalt bei den Reiseführern ist toll, denn so kann jede und jeder den passenden Reiseführer für sich finden.

In unseren Reiseführern möchten wir den Reisenden die Top-Sehenswürdigkeiten des Landes zeigen und ihnen auf ihrer Route viele tolle Tier-Begegnungen ermöglichen. Und dafür ist es wichtig, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Andere Reiseführer machen mit Sehenswürdigkeiten das, was wir mit Tieren machen. Das klingt immer komisch, aber ist eigentlich einfach: Wenn wir dir sagen, dass du dir am besten in Vancouver ein Auto mietest und mal einfach losfährst, dann wirst du mit etwas Glück schon was schönes auf deinem Weg finden. Gleichzeitig kannst du deine knappe Reisezeit natürlich auch besser nutzen, wenn du weißt, dass die Seen in den Rocky Mountains im Mai oft noch zugefroren sind und du zu dieser Zeit leider keine türkisfarbenen Seen sehen wirst. Du fährst dann halt da hin, wo du im Mai tolle Dinge erleben kannst.

Das ist bei Tieren ähnlich. Tiere folgen immer der Nahrung innerhalb ihres Lebensraums. Das gilt ausnahmslos für alle Tiere, die in der freien Natur leben. Wenn du also weißt, wo ihr bevorzugster Lebensraum ist und welche Nahrung zu deiner Reisezeit hoch im Kurs steht, dann kannst du diese Orte gezielt auf deine Route setzen. Und dafür musst du keine exotischen Routen fahren, sondern nur an den richtigen Stellen vom Highway abbiegen. So siehst du nicht nur tolle Sehenswürdigkeiten, sondern erhöhst auch automatisch deine Chancen auf tolle Tiersichtungen.

Praktisch kannst du dir es so vorstellen, dass es in unseren Reiseführern für jede Aktivität eine sogenannte Timeline gibt. Die zeigt dir immer ganz genau an, wann die Chancen hier am besten stehen, Tiere zu sehen. Du kannst dir daraus dann selbst eine Route zusammenstellen oder dich an unseren Routenvorschlägen orientieren. In unserem Beispiel Kanada gibt es tierreiche Beispielrouten für den Frühling, Sommer und Herbst.

Um deine Frage zu beantworten: Wenn du neben den Top-Sehenswürdigkeiten auch viele Tiere sehen möchtest, dann bieten wir dafür den passenden Reiseführer. Das ist der Unterschied.

9. Was hat euch von Anfang bis Ende der Reiseführer-Produktion am meisten Spaß gemacht?

Die Frage ist gut, denn es macht uns eine Menge Spaß. Aber bevor wir das beantworten, wollen wir auch ein wenig die Illusion nehmen, dass alles nur Spaß macht. 

Ehrlich gesagt war es manchmal ganz schön zäh. Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft wir Ideen und fertige Texte wieder umgeschmissen oder alles gelöscht und dann von vorne begonnen haben. Wir befinden uns immer in einem Konflikt: Auf der einen Seite wollen wir dafür sorgen, dass Reisende vorbereitet auf Tiere treffen, denn das ist nicht nur sicherer für sie selbst, sondern auch respektvoller den Tieren gegenüber. Auch wenn Tiere rechtlich Gegenstände sind, sind sie für uns schützenswerte Lebewesen. Auf der anderen Seite können diese Informationen auch schnell ermahnend, verunsichernd oder belehrend sein. Und das darf nicht passieren. Wir wollen die Lesenden inspirieren, überraschen und die Besonderheit einer Tierbegegnung vermitteln. Denn nur wenn ich das Verhalten der Tiere kenne, kann ich mich auch respektvoll verhalten.

Aber weißt du, was toll war? Wir haben genau zur richtigen Zeit damit begonnen. Covid war im Anmarsch und während allen die Decke auf den Kopf gefallen war, hatten wir endlich genug Zeit, um an diesem Traum zu arbeiten. Dazu kommt, dass wir uns immer wieder in die Länder geträumt haben. Das hat geholfen, als wir besonders dolles Fernweh hatten.

Die Zeit damals und auch heute macht uns wirklich Spaß. Die Arbeit ist so wahnsinnig kreativ und wir machen ja alles selbst. Und wir werden von Auflage zu Auflage immer besser darin. Am schönsten ist immer der Moment, wenn das grobe Konzept, der erste Text und das ungefähre Design zusammenkommen. Wir drucken immer ganz früh im Entstehungsprozess alles aus, kleben es zusammen und stellen uns vor, wie es am Ende ist, diesen Reiseführer durchzublättern. Dieses Gefühl ist immer wieder schön, weil da so viel Herzblut drin steckt!

10. Auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind wichtige Themen für euch. Könnt ihr davon auch etwas bei der Produktion und dem Verkauf eurer Reiseguides umsetzen?

Ein für uns wichtiger und sogar immer wichtigerer Punkt. Wir sind sehr glücklich, dass wir viel mehr Reiseführer verkauft haben, als wir es uns erträumt haben. Und gleichzeitig steigt auch die Verantwortung, die wir mit unseren Reiseführern tragen. Uns liegt die Natur sehr am Herzen und wir wünschen uns so sehr, dass noch viele Folgegenerationen die Natur und die Tiere mit unseren Reiseführen so erleben können, wie wir es heute tun.

Und diese Verantwortung beginnt bei der Erstellung und endet bei den Erlebnissen, die wir im Reiseführer empfehlen. 

Bei der Erstellung und dem Druck ist es so, dass wir schrittweise ökologischer produzieren. Anfangs war es so, dass wir mit einer Druckerei zusammengearbeitet haben, die unsere Reiseführer produziert und auch für uns versendet hat. Das war super, denn wir konnten uns auf den nächsten Reiseführer konzentrieren. Als die ersten Reiseführer raus gingen, haben wir gesehen, wie sie verschickt wurden. Ein einzelnes Heft wurde in Luftpolsterfolie eingepackt, in einen Karton in der Größes eines Schuhkartons gelegt und der Versandkarton wurde zudem mit Folie eingeschweißt. Wir wussten anfangs gar nicht, was wir dazu sagen sollten. Aber wir wussten, dass wir nicht mit der Druckerei zusammenpassen. Heute werden unsere Reiseführer auf Recyclingpapier gedruckt, kommen gesammelt und plastikfrei bei uns an und werden dann ebenfalls plastikfrei und klimaneutral an unsere Kunden versendet. Selbst unsere Aufkleber haben einen ökologischen Kleber und keine zusätzliche Schutzfolie. Darauf sind wir stolz.

Ein weiterer Punkt ist, dass man aufpassen muss, dass im Reiseführer genannte Aktivitäten darauf ausgelegt sind, dass Touristen dort einerseits sicher sind und andererseits die Tiere nicht negativ beeinflusst werden. Es gibt Verhaltensweisen bei Tieren, die sehr intim sind und wichtig für den sozialen Zusammenhalt. Wo man dieses Verhalten sehen kann, verraten wir zum Schutz der Tiere bewusst nicht. Außerdem achten wir darauf, dass lokale Guides für Tierbeobachtungen zertifiziert sind. Leider gibt es keine internationalen Siegel. Daher verlassen wir uns auf lokale Organisationen, mit denen wir in Kontakt sind. In Kanada gehören z. B. MERS oder die Commercial Bear Viewing Association dazu. Aber wir möchten uns selbst gegenüber auch ehrlich sein: Bei diesem Punkt möchten wir noch besser werden.

Unser Ziel ist es, dass man unsere Reiseführer kaufen kann und den Empfehlungen mit einem guten Gewissen blind vertrauen kann. An dieser Stelle vielleicht auch noch eine Besonderheit unserer Reiseführer: Wir haben ausnahmslos keine Kooperaton mit den genannten Anbietern und können deshalb nur die Anbieter empfehlen, die nach unseren Werten handeln. Für die nächste Reiseführer-Auflage wird dieser Punkt noch zentraler – dazu aber irgendwann mehr.

11. Habt ihr weitere Länder im Kopf, die ihr unbedingt noch bereisen möchtet? Und wenn ja, welche?

Absolut – jedoch eher Regionen und nicht unbedingt neue Länder. Wir werden weiterhin das südliche Afrika und Nordamerika bereisen. Wir waren beispielsweise noch nicht in Alaska und würden gerne noch weitere Teile in Botswana bereisen. 

12. Wer eure Tour Guides so liebt wie ich, dem brennt natürlich eine Frage unter den Nägeln: Wird es noch mehr davon (zum Beispiel von anderen Reisezielen) geben?

Diese Frage ist wohl die häufigste, die uns gestellt wird. Wir waren z. B. Anfang des Jahres auf Madeira und da haben direkt ein paar Leute vermutet, dass wir planen, einen Reiseführer für die Insel zu schreiben. Aber das Geheimnis können wir hier offiziell lüften: Für Madeira wird es keinen Reiseführer geben, denn es gibt kaum Wildlife. Wir waren dort, um uns nach dem Winter mal wieder mehr zu bewegen. Man kann dort wirklich schön wandern gehen.

Aber zurück zu deiner Frage: Wir glauben, dass es bei Reiseführern noch viel zu tun gibt. Reiseführer sind trotz Digitalisierung nicht tot. Im Gegenteil. Wer blättert schon nicht gerne bei einem Kaffee oder einem schönen Glas Rotwein durch einen Reiseführer und träumt sich so in das nächste Reiseziel? Daher werden unsere Reiseführer schrittweise besser und digital erweitert. Neu ist z. B. dass man Unterkünfte und Campingplätze bei uns finden kann, die ein besonderes Erlebnis bereithalten. Wie wäre es mit einer Nacht in Namibia, bei der du direkt unter dem Sternenhimmel schläfst oder einer Nacht in Kanada, nach der du morgens die Fontäne eines Wals von deinem Bett aus sehen kannst? Damit möchten wir Reisenden noch besser ermöglichen, sich selbst eine außergewöhnliche Reise zusammenzustellen – ohne viel Aufwand.

Und ja, es wird neue Reiseführer geben – oder zumindest etwas ähnliches. Das können wir heute aber noch nicht verraten. Es muss ja auch spannend bleiben, oder?



Wildlife Tour Guide – Ja oder Nein?

Dazu kann ich nur ein glasklares Ja! sagen. Selten war ich so begeistert von einem Reiseführer, was vermutlich auch daran liegt, dass Laura und Tobi genau so gerne individuell reisen wie ich. Ich liebe es, meine Reiserouten zu planen, Ausflüge und Aktivitäten auszusuchen, tolle Campsites und Unterkünfte zu finden und am Schluss alles miteinander zu verbinden. Und zwar GANZ ALLEINE – ohne ins Reisebüro zu gehen oder eine Reise online zu buchen.

Die individuelle Planung ist für mich ein großer Bestandteil der eigentlichen Reise und da kommen die Wildlife Guides von Laura und Tobi ins Spiel. Denn diese schlage ich auf und werde sofort durchströmt von Inspiration. All die Tipps, Routenabschnitte und Infos kann ich in meine Reise einbauen und später nachreisen und genau das macht mich verdammt glücklich. Ich muss nicht erst lange blättern (wie bei vielen anderen Reiseführern), bis ich das finde, was mich interessiert. Sondern ich kann von den Wildlife Guides eigentlich alles nutzen und verwenden, was ich für meine Reiseplanung brauche.

Ach und dann ist da ja noch meine große Wildlife-Liebe, und die kommt in den Tour Guides wirklich voll auf ihre Kosten. Wenn ich unterwegs ein Tier sehe, will ich wissen, welches Tier das genau ist, wie es lebt, wo es den Winter verbringt, was es frisst, wo es sich zu welcher Zeit aufhält und warum. Und diese Erfahrung hatte ich bisher nur bei Lauras und Tobis Reiseführern, dass ich auch diese Informationen sofort und auf einen Blick finden kann. Zu guter Letzt folgen dann meine oft erwähnten und heiß geliebten Viewing Boards, um jede Tierbegegnung festzuhalten. Danke an euch zwei für diese tollen Werke, die ihr da hervorgebracht habt! Ich bin ein riesiges Fan-Girl und freue mich auf alle Reiseführer, die noch kommen werden! Und natürlich möchte ich auch den Kanada Guide vor Ort testen – hoffentlich ganz bald! ♥


Laura und Tobi legen beim Drucken und Verkauf großen Wert auf Naturschutz und haben ein tolles, nachhaltiges Konzept entwickelt. 🌿

Grafik: Laura und Tobias Ullrich

Offenlegung: Vielen Dank an den Laura & Tobi, die mir die Bücher zur Verfügung stellten. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unberührt.


Tipp!

Weitere tolle Reisebücher findest du in der Rubrik Reisebuch des Monats und in meinem Beitrag Reisen in Gedanken. Schau doch mal vorbei!


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