Erstens: Über die Karlsbrücke laufen

Die Karlsbrücke gehört sicherlich zu den schönsten Brücken, die ich bislang gesehen habe. Wenn man an der Moldau entlang spaziert, sieht man die imposanten Steinbögen schon aus der Ferne. Und über den Bögen ragen insgesamt 30 steinerne Statuen von Heiligen empor. Bei sonnigem Septemberwetter war die Brücke dicht bevölkert von Toursiten, die durch die zahlreichen Stände der Portraitzeichner, Künstler, Schmuck- und Souvenirverkäufer schlenderten. Die Klänge der unterschiedlichsten Straßenmusiker brachten Leben auf die Brücke und sorgten für eine unbeschreibliche Stimmung. Die Karlsbrücke eignet sich auch hervorragend als Fotostation – zu beiden Seiten hat man einen tollen Blick auf die Altstadt Prags und auf die Prager Burg. Für mich ist die Karlsbrücke eines der absoluten Highlights von Prag.

Zweitens: Einen Abend in der Absintherie verbringen

Auch wer den Geschmack von Anis nicht mag, sollte sich dennoch überwinden und ein Gläschen in der Absintherie probieren. Man hat die Wahl zwischen über 100 verschiedenen Drinks, Shots und Cocktails, darum habe sogar ich als bekennende Lakritzhasserin etwas wohlschmeckendes gefunden. Verdünnt mit eiskalten Wassertropfen aus einer aufwändig verzierten Absinth Fontäne und mit Zucker gesüßt, muss ich gestehen, dass ich mein Getränk genossen habe. Vielleicht lag es aber auch an der magischen Atmosphäre der Absintherie, die mich in eine Welt voller Kobolde und Elfen versetzte (und das nicht nur wegen der berauschenden Wirkung des Zauberwässerchens). Die gesamte Bar war mit liebevollen Details versehen und auf der Empore verschönerten die gemütlichen Sessel das Trinkvergnügen. Als Erinnerung kann man dann hinterher auch seinen Lieblingsabsinth oder hübsche Accessoires mit nach Hause nehmen.

Drittens: Durch die Prager Altstadt schlendern

Ich muss sagen, Prag ist die sauberste Großstadt, in der ich bisher war. Die schmalen Gassen sind ausschließlich von angenehmen Gerüchen, vor allem von duftendem Essen, erfüllt. Der Hunger war also mein ständiger Begleiter, während ich durch die Altstadt spazierte. An jeder Ecke gibt es verlockende tschechische Köstlichkeiten, wie zum Beispiel die Trdelníks – ein gerolltes, gezuckertes Gebäck, das optisch an eine Baumrinde erinnert. Im Sommer gefüllt mit Eiscreme ist das ein absolutes Muss! Auch kulturell hat die Prager Altstadt viel zu bieten: das Rathaus mit der astronomischen Uhr, der Pulverturm, der Altstädter Ring, das jüdische Viertel “Josefstadt” oder die gotische Teynkirche, deren beide Türme an Draculas Schloss erinnern.

Viertens: Einen kleinen Maulwurf adoptieren

Während dem Spaziergang durch die Prager Altstadt fühlte ich mich immer wieder in meine Kindheit zurückversetzt. Ein paar Mal konnte ich ihn ignorieren, beim dritten Souvenirgeschäft musste ich ihn haben – Krtek, den kleinen Maulwurf aus der Zeichentrickserie. Das niedliche schwarze Kerlchen gibt es in jedem Geschäft, in allen Größen und mit Mützen in allen Farben. Seit diesem Tag habe ich einen sehr fotogenen und zuckersüßen Reisebegleiter, der in jede Tasche passt. Ich kann wärmstens empfehlen, euch auch einen eigenen treuen, kleinen Maulwurf zuzulegen!

Fünftens: Die Prager Burg anschauen

Als erstes muss ich jetzt mal klugscheißern: Die Prager Burg ist weltweit das größte geschlossene Burgareal – ich finde, das sollte man schon gesehen haben! Ein paar tschechische Kronen muss man für die Besichtigung ausgeben, es lohnt sich aber. Man kann viel Zeit verbringen auf den schön angelegten Burghöfen, im Königspalast, im St.-Veits-Dom, im Goldenen Gässchen (Franz Kafka wohnte kurzzeitig in der Hausnummer 22) oder in einigen Kapellen, Gruften und Ausstellungen. Auch die Wachablösung der Burgwache ist ein nettes Spektakel. Die Aussicht, die man vom Burgareal über die Moldau, die Karlsbrücke und die Prager Altstadt hat, macht den Eintrittspreis übrigens sofort wieder wett.

Sechstens: Staropražský guláš essen

Der altprager Gulasch wird traditionell mit Semmelknödel und vielen Zwiebeln serviert. Im Restaurant “Mama Lucy”, ganz in der Nähe des Altstädter Rings, hat das Gericht genauso toll geschmeckt, wie es klingt. Dazu gab es leckere hausgemachte Limonade. Das urige Flair des Lokals, die rot-weiß-karierten Tischdecken, die Holzvertäfelungen und das kuschelige Fell auf den Sitzbänken machen das Abendessen so richtig gemütlich. Ein Tipp für traditionelle tschechische Küche!

 

 

 

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