Südlich von Santiago beginnt der knapp 80 km lange, wunderschöne Küstenstreifen, der bis zum Parque Nacional Cerro Hoya reicht. Die Goldküste erstreckt sich also über die Westseite der Halbinsel Azuero in Panama.

Die Landschaft ist geprägt von atemberaubenden Sandstränden, von rauem, trockenem Lavagestein und tropischen, grünen Wäldern. Gleich zu Beginn unserer Fahrt über die Halbinsel huschte ein großer Leguan vor uns über die Straße. Der passt perfekt zum super heißen und trockenen Sommerwetter.

Komm mit auf eine Reise zu diesem ganz besonderen Fleckchen Erde!


Übersicht

  1. Das Paradies
  2. Unser eigener Strand
  3. Playa Morrillo
  4. Selbstfindung
  5. Begegnungen
  6. Das echte Panama

1. Das Paradies

Da fahren wir also mit unserem gemieteten SUV (den würde ich in dieser Gegend Panamas empfehlen) etwa zwei Stunden lang von Santiago über asphaltierte und schlaglochreiche Straßen mit traumhafter Aussicht bis wir 5 km nach Torio ein Schild an einem rotbraunen Feldweg erreichen: “Punta Duarte Garden Inn“. Wir sind da! Zumindest fast, wir müssen ja noch den Feldweg hinter uns lassen. Schließlich erreichen wir die wunderschöne Finca, umgeben vom strahlend blauen Pazifik. Hier verbringen wir die nächsten sechs Nächte. Die Sonne geht schon langsam unter und wir machen es uns in unserem Zimmer mit perfektem Blick auf das Meer gemütlich.

So vergehen die ersten paar Tage und was am Anfang eine wunderschöne Finca war, zieht uns von Stunde zu Stunde immer mehr in ihren Bann. Dieser Ort muss verzaubert sein. Das Haus und die Umgebung strahlen eine solch einnehmende Aura aus, dass wir uns plötzlich wie Zuhause fühlen. Natürlich liegt das auch an der lieben Gastgeberin und den tollen Tieren, die hier leben. Wir werden perfekt umsorgt und haben ein ideales Heim für die Zeit an der Goldküste Panamas.

Zwei Stunden entfernt von der Zivilisation, von Lärm und Tumult haben wir hier tatsächlich unser kleines Paradies gefunden. Die Gedanken kreisen nur noch im Hier und Jetzt. Wir genießen jede Minute und jeden Augenblick in diesem Garten Eden und sind einfach nur unendlich dankbar für jedem Moment, den wir an diesem friedlichen Ort verbringen dürfen. Wie sagt man so schön: Hier ist die Welt noch in Ordnung!


2. Unser eigener Strand

Was unsere außergewöhnlich schöne Bleibe noch perfekter macht, wartet am Ende eines zweiminütigen Fußwegs auf uns: der fantastische Strand! Die sprudelnden Wellen des Pazifiks ziehen große Kreise im dunkeln Vulkansand. Der angenehm warme Wind duftet nach Salz und Sommer. Die hellen Sonnenstrahlen kitzeln auf der Haut.

Kilometerlang säumen die natürlich gewachsenen Palmen die Küste. Im Sand liegen viele aufgeknackte Kokosnüsse und von den Naturgewalten glatt geschliffenes Treibholz. Mit jeder Welle treibt das Meer die verschiedensten Muscheln an’s Ufer und unzählige kleine Krebse huschen über das fein gemahlene Vulkangestein. Und wer ist außer uns zwei und den Krebsen sonst noch hier? Niemand! Egal wohin man blickt, wir sind ganz allein an unserem Traumstrand. Außer dem Rauschen des Pazifiks, den Windböen und den knisternden Palmenblättern ist nichts zu hören. Diese Ruhe! Einfach einmalig.

Wir spazieren also an diesem paradiesischen Strand entlang und die Füße hinterlassen Spuren im Sand. Wir nehmen diesen Ort mit allen Sinnen wahr. Am Himmel fliegen Pelikane in Formationen, immer auf Ausschau nach dem nächsten Happen. Auch ein paar Adler gleiten durch die Lüfte. Noch schöner wird die Stimmung, wenn die Sonne langsam untergeht. Die Farbe des Lichts wechselt zuerst zu gelb-orange, dann zu rot und zum Schluß zu lila. Im Meer und im nassen Sand spiegelt sich der phänomenale Sonnenuntergang. Der Wind lässt langsam nach, die Wellen werden ruhiger. Ein leises Plätschern. Stille.


3. Playa Morrillo

Am Ende unseres Privatstrandes klettern wir über die zerklüfteten Lavafelsen, hier macht die Küste einen Knick und wir erreichen eine andere, etwas abenteuerlichere Bucht. Diese ist aber genauso einsam und verlassen und wir gehen in Ruhe auf Erkundungstour. Kieselsteine und Sand, Felsbrocken und ein paar Klippen prägen hier das Bild. Weniger Palmen, mehr Laubbäume, aber genauso schön. Wegen der großen Steine, die weit ins Wasser ragen, sind die Wellen hier noch viel kräftiger. Sie prallen klatschend an das Ufer.

Die Sonne scheint hier mit einer wahnsinnigen Kraft, es ist Vormittag und es gibt keinen Schatten. Bei knapp 35 Grad freuen wir uns über jede Windböe, die uns ein bisschen abkühlt. Am liebsten würden wir in die Wellen springen. Wir suchen uns ein Plätzchen unter einem Felsen und machen eine kurze Pause. In der Erde am Rand der Bucht tragen große Ameisen saftig grüne Blätter auf ihrer Straße entlang. Auch das ein oder andere Blümchen wandert auf dem Rücken der Krabbeltiere in Richtung Bau.

Diese unberührte Natur wirkt wie das Wunderland. Krumme Bäume wachsen aus den Felsen und große Blüten sprießen an kargen Ästen. Das saftigste Grün erleuchtet die Gegend trotz der unglaublichen Hitze und Trockenheit und der Himmel strahlt im kräftigsten Blau. Wunderschön!


4. Selbstfindung

Wer bin ich eigentlich und wo komme ich her? Wo will ich hin und was sind meine Träume? In unserem kleinen Paradies kommen plötzlich Gedanken in mir hoch, die ich so gar nicht unbedingt kenne. Hier habe ich endlich mal Zeit für mich selbst, für meine Bedürfnisse und meine Herzenswünsche. Ich kann meinen Kopf frei räumen vom Alltag, von den üblichen Aufgaben und Pflichten.

Von Zeit zu Zeit, die ich hier an der Goldküste verbringe, wird mir bewusst, was im Leben wichtig ist und was nicht. Materialistische Dinge verlieren immer mehr an Bedeutung, auch wenn mir das schon seit einiger Zeit immer unwichtiger wird. Ich fühle mich so reduziert, so befreit. Ich bin so unbeschwert und nach und nach fallen alle Lasten von mir ab. Es fühlt sich so an, als würde ich Eins mit der Natur. Da wo wir Menschen doch eigentlich herkommen. Was wären wir nur ohne die Natur? Nichts!

Diese Ruhe, dieser atemberaubend schöne Planet, diese Wärme – das alles lässt meine Seele aufblühen. Der Sinn des Lebens nimmt neue Gestalten an. Was brauche ich, um glücklich zu sein? Ich merke hier an diesem Ort, dass es sehr wenig ist. Kein Shopping, kein Make-Up, eigentlich nicht mal die Zivilisation. Das einzige, was mich hier aus der modernen Welt begleitet, ist meine Kamera, um einige traumhafte Momente festzuhalten.

Die Liebe zum Reisen ist das, was mich an diesen faszinierenden Ort gebracht hat. Ich fühle mich erfüllt und lebendig. Hier zu sein, bedeutet für mich Lebenslust und Leidenschaft. Ich bin glücklich. Ich bin dankbar. Jetzt. Hier.


5. Begegnungen

In unserem Leben haben wir viele Begegnungen, doch nur einige besondere hinterlassen auch Spuren. Was mein Herz immer schon schnell erobern konnte, waren Tiere. Drei ganz besondere Vierbeiner durften wir hier im Punta Duarte Garden Inn kennenlernen. Schnell haben wir Freundschaft geschlossen. Das Kätzchen verbrachte viele Tage bei uns auf der Terrasse. Die beiden lieben Hunde begleiteten uns bei zahlreichen Strandspaziergängen.

Tiere können dich verstehen ohne mit dir zu sprechen. Sie vertrauen bedingungslos und sie haben immer ein gutes Herz. Tiere sind nicht hinterlistig oder gemein. Sie machen die Welt zu einem besseren Ort.

Wir denken oft an euch zurück, ihr Süßen! Wir versprechen, dass wir wieder kommen, wenn wir in der Nähe sind.


6. Das echte Panama

Auf der Halbinsel Azuero leben die Panameños noch sehr ursprünglich und traditionell. Die Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt hier vorwiegend mit der Landwirtschaft. Pferde sind ein gängiges Fortbewegungsmittel. Es gibt aber auch Bushaltestellen, die vom öffentlichen Verkehr angefahren werden. Azuero ist übrigens das Gebiet Panamas, das schon am längsten besiedelt ist.

Die Straße schlängelt sich durch die satte grüne Natur, vorbei an ein paar bunten kleinen Wohnhäusern und zahlreichen Rinderherden, die auf ihren Feldern grasen. Die Halbinsel ist die trockenste und wärmste Region Panamas.


Nun habe ich versucht, die Woche in unserem Paradies zu beschreiben. Allerdings bin ich sicher, dass kein Wort dieser Welt die Faszination dieses Ortes nur annähernd widerspiegeln könnte. Danke für die unvergesslichen Momente.


Offenlegung: Wir bezahlten diese Reise komplett selbst.


Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.