Mein erster Besuch Polens führte mich nach Krakau und ich muss sagen, ich war so begeistert, dass ich seither unbedingt noch mehr von Polen kennenlernen möchte. Die Krakauer sind sehr freundliche Menschen, die Stadt ist architektonisch sehr interessant, da sie im Zweiten Weltkrieg nur wenig in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Staßen und Gassen der Altstadt sind sehr sauber. Was ich außerdem sehr bemerkenswert finde, ist, dass ich mich auch abends in der Dunkelheit sehr sicher fühlte.

Wenn man den Krakauer Hauptmarkt betritt, ist man erst einmal von dessen Größe beeindruckt. Der riesige, weitläufige Platz ist eingerahmt von wunderschönen, restaurierten Häusern aus dem Mittelalter. Ganz besonders toll frühstücken kann man übrigens im Max 18 direkt am Hauptmarkt. Überragt werden die Häuser von den beiden Türmen der Marienkirche. Zu jeder vollen Stunde spielt ein Trompetenspieler im nördlichen Turm das polnische Triumphsignal aus den Fenstern in allen vier Himmelrichtungen. Um 11:50 Uhr (außer sonntags) sollte man unbedingt in die Kirche hinein gehen. Dann wird Europas größter Hochalter während einer kleinen Zeremonie geöffnet – da kriegt man schon ein bisschen Gänsehaut!

In der Mitte des Hauptmarkts befinden sich die Tuchhallen, ein wunderschönes Marktgebäude, in dem heutzutage die verschiedensten Souvenirs zu finden sind. Tipp: Auf der Dachterrasse der Tuchhallen befindet sich das Cafe Szał, hier gibt’s leckere Kaffee- und Kakaospezialitäten mit einer wundervollen Aussicht auf den Hauptmarkt und die Marienkirche.

Wenn man in Krakau ist, sollte man auch unbedingt den Wawel anschauen: eine Burganlage auf einem Hügel über der Weichsel, dort haben früher die polnischen Könige residiert. Trotz meiner Höhenangst stiegen wir in der Wawel-Kathedrale auf den Sigismund-Turm und haben, oben angekommen, die Sigismund-Glocke mit der linken Hand berührt – das bringt Glück in der Liebe ♥. Ein weiteres Highlight der Wawelburg: Von der Wehrmauer führt ein dunkler Höhlengang hinab zur Drachengrotte, ganz schön gruselig… Wenn man wieder Tageslicht erblickt, trifft man schließlich auf den Drachen, der sogar hin und wieder Feuer spuckt!

Natürlich habe ich in Krakau auch polnisches Essen probiert! In der Altstadt sind viele tolle Restaurants mit traditionellen Spezialitäten zu finden. Ich habe mich für Pierogi entschieden. Das sind Teigtaschen mit vielen verschiedenen Füllungen, zum Beispiel mit Fleisch, Kartoffeln, Sauerkraut, Käse oder als süße Variante mit Heidelbeer oder Erdbeer. Für einen Maultaschen-Fan wie mich hat es natürlich genau den richtigen Geschmack getroffen!

Etwa zwei Autostunden entfernt von Krakau habe ich auch das frühere Konzentrationslager in Auschwitz besucht. Hier werden aus dem Geschichtsunterricht der Schulzeit plötzlich bewegte Bilder und Eindrücke, die man nicht mehr vergisst. Auch wenn viele dieser Eindrücke schlimm und vielleicht sogar erschreckend sind, bin ich durch den Besuch in Auschwitz irgendwie erwachsener und weiser geworden. Ich habe so viel gelernt, wie es mir noch kein Lehrer je beibringen konnte. Vieles muss man einfach erleben und spüren, um es verstehen zu können. Der ungeführte Rundgang durch das Konzentrationslager ist übrigens kostenfrei. Man kann aber eine Spende dalassen, was für den Erhalt dieses Denkmals sicher förderlich ist.

Übernachtungstipp für Krakau: Wir haben drei Nächte in einem Doppelzimmer im 999 Aparthostel verbracht. Das Zimmer Nummer 1 hatte ein wunderschönes, frisch renoviertes Bad, eine Küchenzeile und ein super bequemes Bett. Mit der S-Bahn bis zur Altstadt Krakaus waren es nur knapp 15 Minuten. Da wir mit dem Auto in Krakau waren, konnten wir den eigenen Parkplatz nutzen. Eine Rezeption gibt es nicht, zum Bezahlen kam dann eines Abends ein Hostelmitarbeiter mit dem Kreditkartenlesegerät an unsere Zimmertür – ungewöhnlich aber total unkompliziert. Top!

 

 

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