Während dieser Reise betraten wir zum ersten Mal das afrikanische Festland und waren von der ersten Sekunde an völlig überwältigt. Liebe auf den ersten Blick! So nennt man das doch, wenn man sofort beschließt, immer und immer wieder her zu kommen, um am liebsten alle Seiten dieses faszinierenden Kontinents kennenzulernen.

Die atemberaubende Landschaft, die heiße afrikanische Sonne und die vielen verschiedenen Tiere, die wir hier in freier Wildbahn erleben und beobachten durften – das alles zog uns total in den Bann. Alles ist einfach vollkommen anders als zuhause und das ließ mein Reiseherz höher schlagen.


Übersicht

  1. Tafelberg
  2. Boulder’s Beach
  3. Kap Halbinsel
  4. Cape Point, Diaz Beach und das Kap der Guten Hoffnung

1. Tafelberg

Und plötzlich erscheint die Welt so klein… Auf einer Höhe von 1.086m kann man bei gutem Wetter, wie wir es hatten, bis zu 200km weit sehen. Diese Aussicht auf Kapstadt, die 12 Apostel und die unglaublichen Weiten des Atlantiks ist so überwältigend, dass man die Kälte und den Wind dort oben völlig vergisst. Die außergewöhnliche Natur mit bunten Blumen, seltenen Vogelarten und gut getarnten Eidechsen sorgt für eine märchenhafte Atmosphäre. Und wenn du ganz viel Glück hast, entdeckst du vielleicht einen süßen, flauschigen Klippschliefer.

Auf dieses tolle Wetter warteten wir allerdings einige Tage, denn oftmals ist der Tafelberg von der sogenannten Tischdecke überzogen. Das sind Wolken, die in den Sommermonaten durch den kräftigen Südost-Wind sehr schnell entstehen können und an der steilen Bergkette hängen bleiben. An solchen Tagen wird vom Besuch des Tafelbergs abgeraten, da es zu gefährlich ist. Auf Grund des starken Winds ist dann auch meist die Seilbahn geschlossen und man wäre oben von den Wolken eingeschlossen.

Tipp: Fahr doch mit der kostenlosen Buslinie 110 von der Haltestelle Lower Tafelberg zur Haltestelle Upper Tafelberg und kauf dir am besten vorab online Tickets für die Seilbahn, um die langen Warteschlangen zu umgehen. Angsthasen sollten während der Fahrt nicht allzu oft nach unten schauen, denn der Blick in die Tiefe ist wirklich spektakulär!


2. Boulder’s Beach

Am feinsandigen, weißen Strand von Simon’s Town und zwischen den riesigen runden Granitfelsen verstecken sich die kleinen Kerlchen. Dort genießen sie die Sonnenstrahlen, dort brüten sie und dort schwimmen sie in den Wellen des, mal mehr mal weniger, tosenden Atlantiks – Jackass Pinguine! Ja, wer hätte das gedacht… Pinguine am afrikanischen Strand! Ist aber gar nicht ungewöhnlich, zwar verbindet man Pinguine eher mit der Kälte, aber tatsächlich kommt diese letzte Pinguinart Afrikas in freier Wildbahn in Ländern wie Südafrika, Namibia, Angola und Mosambik vor.

Natürlich haben auch wir diese Pinguinkolonie am Boulder’s Beach besucht und waren sofort hin und weg. Die süßen Frackträger watscheln so tollpatschig über den Sandstrand und scheinen ziemlich unbeeidruckt von den zahlreichen Touristen. Die Geschichte dieser Kolonie ist auch faszinierend, denn im Jahr 1983 wurde ein einziges Pinguinpärchen an diesem Strand gefunden. Und aus diesen zwei wurde schließlich bis heute eine Großfamilie mit 2.100 Tieren. Dennoch gelten sie als eine gefährdete Spezies, denn von ehemals 150.000 Pärchen gibt es heute auf der ganzen Welt nur noch 26.000 Pärchen.

Am Boulder’s Beach muss man Eintritt bezahlen und kann die Tierchen von Holzstegen aus beobachten. Etwas näher kommt man den Pinguinen ein paar hundert Meter entfernt am Foxy Beach. WICHTIG: Bitte lasst den drolligen Vögeln unbedingt ihren Freiraum und kommt ihnen nicht zu Nahe! Auch wenn sie sehr zutraulich erscheinen, sind es trotzdem wilde Tiere und diese können auch beißen. Ansonsten gibt es auch eine strenge Ermahnung von den Rangern, die hier auf die Pinguine aufpassen.


3. Kap Halbinsel

Spektakuläre Klippen, ein unglaubliches Panorama, wilde Natur und extreme Windböen – so kannst du dir die Halbinsel südlich von Kapstadt vorstellen. Während einer eintägigen Bus-Tour erkundeten wir diese atemberaubende Gegend. So viele Eindrücke und Erlebnisse, an jeder Ecke gibt es etwas zu sehen. Die Fahrt durch diese beeindruckende Region eignet sich auch hervorragend für einen privaten Roadtrip. Die Straßen sind recht wenig befahren, was den ungewohnten Linksverkehr deutlich erleichtert. Wenn du mit einem Mietwagen unterwegs bist, kannst du natürlich auch überall anhalten und die tolle Aussicht genießen.

Unterwegs hat man auch immer die Möglichkeit, ein paar Tiere zu entdecken. Antilopen, Strauße, Zebras oder natürlich die berühmt-berüchtigten Baboons (Paviane) sind hier absolut keine Seltenheit.


4. Cape Point, Diaz Beach und das Kap der Guten Hoffnung

Das Cape of Good Hope Nature Reserve ist der südlichste Teil der Kap Halbinsel. Der Eintritt in dieses Naturschutzgebiet kostet etwa 8 €, bei uns war das bereits im Preis der Bus-Tour inbegriffen. Am Cape Point gibt es einen großen Parkplatz, ein Restaurant und einen Souvenir-Shop. Von hier aus führen verschiedene Wanderwage zum höchsten Klippenpunkt, zu einer Übernachtungsherberge oder zum Kap der guten Hoffnung.

Der Ausblick von hier oben ist wirklich fantastisch. Von der afrikanischen Hitze ist allerdings nicht mehr viel zu spüren. Der Wind trifft hier ungebremst auf das Festland, da kann es schon ein bisschen frisch werden. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: der Wind am Cape Point ist noch gar nichts im Gegensatz dazu, was jetzt folgen sollte…

Auf wunderschönen Holzstegen wanderten wir also etwa 45 Minuten hinunter bis zum Kap der Guten Hoffnung. Wir waren komplett sprachlos von der Aussicht, die uns auf jedem Streckenabschnitt geboten wurde. Die Schönheit und die Kraft der Natur kommt hier so richtig zum Ausdruck. Nicht zuletzt auch durch die Sturmböen, die uns wirklich fast davon wehten. Zum Glück blies der Wind die Klippen hinauf, sodass immerhin keine Gefahr bestand, abzustürzen. Dennoch konnten wir uns an manchen, besonders stürmischen, Ecken kaum auf den Beinen halten. Wahnsinn!

Die Wanderung ist recht anspruchsvoll. Die Wege sind nicht überall befestigt, darum sollte man auf keinen Fall auf geschlossene Schuhe verzichten. Und Sonnencreme ist hier wirklich wichtig, denn die kühlen Windböen lassen dich die Kraft der Sonne total vergessen. All die Anstrengung lohnt sich aber unbedingt, denn eine beeindruckendere und mächtigere Natur gibt es bestimmt nicht so oft!


Tipp: Wir buchten eine eintägige Bus-Tour für knapp 43 € pro Person über die Kap Halbinsel zum Cape Point und auf dem Rückweg zum Boulder’s Beach. Wir saßen oben im Doppeldeckerbus in der ersten Reihe und hatten während der Fahrt eine richtig tolle Sicht.


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