Wie schön kann unser Planet nur sein? So schön, dass man es kaum beschreiben kann. Die Natur ist das, was mich immer schon am meisten begeistert. So viele verschiedene Farbnuancen, so viele besondere und einmalige Details, alles ist optimal in seine Umgebung angepasst, jede noch so kleine Feinheit ist makellos, vollendet und einfach perfekt!

Hier im Regenwald kann man genau davon so viel entdecken. Alle Lebewesen haben sich bestmöglich an ihren Lebensraum angepasst. Und es macht so viel Spaß, das alles zu erkunden und zu beobachten. Eine beeindruckende Vielfalt an tropischen Regenwaldbewohnern und seltenen Pflanzen warten nur darauf, erforscht zu werden. Mit dem Boot, zu Fuß, per Seilbahn oder aus der Vogelperspektive – es gibt so viele Möglichkeiten, die leuchtend grüne und faszinierend Natur Panamas zu erleben.

Achtung! Es folgt eine Flut an Dschungel-Fotos. Bilder sagen einfach mehr als tausend Worte 😉


Übersicht

  1. Parque Nacional Camino de Cruces
  2. Der See Gatún
  3. Gamboa Rainforest Reserve
  4. Das Faultier-Krankenhaus
  5. Schmetterlinge in Panama
  6. Informationen zum Regenwald

1. Parque Nacional Camino de Cruces

Direkt vor der Haustür unserer Unterkunft startet ein Wanderweg durch das 3.600 Hektar große Naturschutzgebiet. Gegründet wurde der Nationalpark im Jahr 1992, um das Ökosystem und die tropischen Tier- und Pflanzenarten zu schützen.

Bei einigen Spaziergängen durch den Regenwald haben wir hoch oben in den Baumkronen ein paar Mittelamerikanische Berghörnchen springen sehen. Total niedlich! Aber leider zu flink für die Kamera.

Richtig viele winzige Echsen rascheln im Unterholz, die verschiedensten Vogelarten zwitschern die verrücktesten Melodien und sogar ein paar Panamaperückenäffchen lassen sich blicken.


2. Der See Gatún

Der künstlich angelegte See entstand zwischen 1907 und 1913 durch die Anstauung des Río Chagres während des Baus des Panamakanals. Der Gatúnsee ist 425 km² groß und liegt 26 m über dem Meeresspiegel. Da der See Bestandteil des Panamakanals ist, durchqueren ihn viele große Frachter und Schiffe, indem sie die Gatúnschleusen passieren. Die Schleusen werden allein durch die Energie des angrenzenden Wasserkraftwerks betrieben.

Mit einem Ausflugsboot kann man den See befahren und einige kleine Inseln erkunden. Wir entschieden uns für die Gatun Lake Expedition mit Gamboa Rainforest Reserve. Wir sind mit einem Uber zum Treffpunkt am Gamboa Resort gefahren. Die einstündige Bootstour kostet 37 Dollar pro Person. Der freundliche Guide erklärte einiges zum Panamakanal, den wir mit dem Boot kreuzten.

Das Highlight war aber die Natur, denn sowohl der Guide als auch der Kapitän waren sehr erfahren und entdeckten in jedem noch so dichten Gestrüpp einen Bewohner des Gatún-Gebiets. Wären wir allein unterwegs gewesen, hätten wir vermutlich nicht mal halb so viele Tiere entdeckt, obwohl sie direkt vor unserer Nase saßen.


3. Gamboa Rainforest Reserve

Neben der Bootstour bietet das Reservat auch eine Fahrt mit der Seilbahn durch das dichte Grün des Regenwaldes für 42 Dollar pro Person an. Mit den kleinen Gondeln fährt man etwa 15 Minuten, begleitet von einem Guide oder mit Audiokommentar, quer durch den Dschungel bis man einen Hügel erreicht. Während der Fahrt hat man eine tolle Sicht direkt ins Innere des Waldes. Die Gondeln halten unterwegs auch einige Male an, perfekt um mal genauer hinzusehen und Ausschau nach Faultieren, Affen und Tukanen zu halten.

Wenn die Seilbahn dann oben pausiert, führt ein schmaler Weg zu einem Aussichtsturm. Während wir mindestens 20 Etagen überwanden, machten wir unterwegs immer wieder einen Beobachtungs-Stopp. Und es hat sich tatsächlich gelohnt! Wir haben eine gar nicht mal so kleine Spinne entdeckt und einen wunderschönen, leuchtend gelben Tukan.

Der Aussichtsturm ist etwa 30 bis 40 Meter hoch und bietet eine super Aussicht über den Regenwald bis hin zum Panamakanal und zum Gatúnsee.

Anschließend konnten wir mit den grünen Gondeln wieder nach unten zum Ausgangspunkt fahren.

Der kleine Ort Gamboa entstand zur Zeit des Panamakanalbaus durch die kleinen Siedlungen der Arbeiter am Ufer des Río Chagres. Der Regenwald von Gamboa ist dicht bevölkert von den verschiedensten Tierarten. Man kann hier auf viele verschiedene Affen treffen, auf Kaimane, Krokodile, Schildkröten, Echsen und Schlangen und die unterschiedlichsten Vogelarten. Ganz besonders toll für die Tierbeobachtung muss der Wanderweg “Pipeline Road” sein, leider haben wir das zeitlich nicht mehr geschafft.


4. Das Faultier-Krankenhaus

Zum Gamboa Rainforest Reserve gehört auch eine ganz besonders niedliche Institution: eine Auffangstation für kranke oder verwaiste Faultiere.

Mehr dazu im Artikel Faultier-Krankenhaus!


5. Schmetterlinge in Panama

Auf unserer Reise durch den Regenwald Panamas verging wirklich keine Minute, in der wir nicht mindestens einen schönen, bunten Schmetterling gesehen haben. Die meisten habe ich sonst noch nirgendwo gesehen. In Panama gibt es rund 300.000 verschiedene Insektenarten, 1.500 davon sind Schmetterlingsarten. Das sind sogar 10 % der Artenvielfalt an Schmetterlingen auf der ganzen Welt – echt beeindruckend!

Ein freundlicher Guide im Regenwaldreservat erklärte uns, dass sich die Schmetterlingsarten unterschiedlich ernähren. Die meisten bevorzugen Pollen und Nektar, so wie Bienen oder Hummeln. So auch zum Beispiel der Kleine Kurier. Einige Schmettlerlinge ernähren sich aber von Früchten, wie zum Beispiel der schillernde Blaue Morphofalter. Seine Außenseite ist eher unscheinbar braun mit einigen Augen, aber die Innenseite leuchtet in schönsten Blautönen.


6. Informationen zum Regenwald

Panama ist das südlichste Land Zentralamerikas und grenzt an Costa Rica und Kolumbien. Etwa 2,6 Millionen Hektar (~ 34 %) der Landesfläche besteht aus insgesamt 15 Naturschutzparks. Der größte Nationalpark Zentralamerikas liegt ebenfalls in Panama: der Nationalpark Darién an der Grenze zu Kolumbien. Dieser hat eine Fläche von 579.000 Hektar und wurde 1981 von UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der Nationalpark liegt in einem tropischen Regenwaldgebiet mit einer der höchsten Artenvielfalten der Erde. Neben dem besonders großen Pflanzen- und Tierreichtum leben hier auch drei indigene Völker, die Embera, die Kuna und die Wounaan. Indigene Völker sind die eingeborene und ursprüngliche Bevölkerung eines Gebiets. Sie pflegen meist eine sehr traditionelle und naturverbundene Lebensweise.

Beste Reisezeit

In allen Regionen Panamas herrscht ein tropisches Klima. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind recht gering und auch die zwischen Sommer und Winter. Die Trockenzeit dauert von Mitte Dezember bis Mitte April und die Regenzeit dann entgegengesetzt von Mitte April bis Mitte Dezember. Die beste Reisezeit ist dementsprechend von Januar bis März mit wenig Regen, viel Sonne und sommerlichen Temperaturen von durchschnittlich 32 °C.

In der Wildnis

Für Wanderungen im Regenwald würde ich immer festes Schuhwerk und luftige, aber körperbedeckende Kleidung empfehlen. Das ist besonders wichtig zum Schutz vor Insektenstichen. Wir hatten teilweise fast 40 °C und in der Trockenzeit richtig Glück mit Mücken, weshalb wir uns trotzdem für kurze Hosen entschieden haben. Selbstverständlich ist auch Sonnenschutz sehr wichtig. In der ersten Woche verwendete ich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50.

Als zusätzlicher Mückenschutz dienen Sprays oder auch ätherische Öle. Man merkt recht schnell, ob man sich in einem mückenreichen Gebiet befindet. Wenn ja, würde ich unbedingt auch ein Moskitonetz übers Bett hängen.

Zum Schutz der Tiere ist ein vorsichtiges und ruhiges Verhalten wichtig. Komme den Lebewesen niemals zu Nahe, gerade in Zentralamerika können auch giftige Tiere vorkommen. Natürlich sollte man niemals Abfall im Wald hinterlassen, aber das erklärt sich ja von selbst. Halte dich immer an die Anweisungen des Guides oder auf den Hinweisschildern.


Offenlegung: Wir bezahlten diese Reise komplett selbst.


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